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Schongauer Wirtschaftsempfang 2021 mit zwei beherrschenden Themen

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Von: Rasso Schorer

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Wirtschaftsempfang Schongau 2021
Zu sechst auf der Bühne des leeren Ballenhaussaals: Bürgermeister Falk Sluyterman, Michael Wühr (neuer Unverpacktladen), Zweite Bürgermeisterin Daniela Puzzovio, Dr. Harald Dinter (Bund der Selbständigen in Schongau), Robert Langhammer (Autolackiererei Langhammer) und Referentin Andrea Engelien (v. links). © Screenshot

Schongau – Erneut nur als Videoaufzeichnung hat der diesjährige Wirtschaftsempfang stattfinden können. Die einladende Stadt und der Bund der Selbständigen mussten Corona-bedingt erneut umdisponieren.

Es sei eine schwierige Zeit, befand Zweite Bürgermeisterin Daniela Puzzovio, doch auf die Zahlen schlage sich das in erfreulich kleinem Ausmaß nieder: Waren es im Oktober 2017 964 gemeldete Unternehmen in Schongau, so lag diese Zahl heuer bei 976. „Es ist aber in jedem Jahr Bewegung drin“: Anmeldungen, inklusive Ummeldungen und beispielsweise Pächterwechseln, waren es 2021 bisher 104 gegenüber 123 im gesamten Jahr 2020 (2019: 124). Davon entfielen 26 auf die Altstadt (2020: 18; 2019: 34). Abmeldungen waren es im bisherigen Jahr 110 (2020: 108; 2019: 103). Die Krise scheine gut gemeistert zu werden. „Da sind wir ganz stolz drauf.“ Auch die Zahl der Leerstände in der Altstadt sei erfreulich, schilderte sie, nachdem sie auf die Aufgaben der Standort- und Wirtschaftsförderung einging.

Zufrieden mit ihren neuen Standorten in Schongau sind zwei Unternehmen: Sie sei total begeistert, ließ Judith Huppertz von Copy‘in über Dr. Harald Dinter vom Bund des Selbständigen ausrichten, die Musikschule als nahegelegener Frequenzbringer wirke. Robert Langhammer von der Autolackiererei Langhammer freut sich im äußersten Westen über eine verkehrsgünstige Lage, wenngleich die zeitweise eingeschränkte Mobilität im Jahr 2020 zu weniger Autounfällen und damit zu weniger Aufträgen geführt habe. Die Zusammenarbeit mit der Stadt sei aber bestens gelaufen. Was ihn vor allem umtreibt, sei der Fachkräftemangel.

In Vertretung Andreas Hubers schilderte Puzzovio die Auswirkungen der Corona-Zeit auf Huber Moden: Diese brachte die zunächst eher unfreiwillige, nun aber sehr erfolgreiche Eroberung des Onlinefelds. Dennoch: „Sobald die Türen wieder aufgingen, kamen die Kunden auch wieder zurück.“

„Nachhaltigkeit & Klimaschutz – Wer ist in der Pflicht? Politik, Verbraucher oder Unternehmer?“ fragte dann Andrea Engelien im Rahmen ihres Vortrags in die Runde. Die Altenstadterin und ihr Unternehmen „Besonnen wirtschaften“ beraten Akteure der Wirtschaft. Das Interesse daran, Nachhaltigkeit und Vision zu vereinen, sei groß, erkenne sie in ihrer Arbeit. Den Klimawandel zu bekämpfen und Nachhaltigkeit zu fördern, sei mehr als eine Pflicht: „Wir wollen das doch auch.“ Der Mensch habe den Klimawandel gemacht er könne auch wieder dagegen angehen – zumindest noch. Der Mittelstand sei da durchaus wichtig: „Wenn Geschäftsführer und Inhaber das wollen und ihre Werte damit übereinstimmen, kann sehr schnell sehr viel passieren.“

Das komplett Video findet sich im Youtube-Kanal der Stadt.

Neuer Unverpacktladen

Die Altstadt bekommt einen neuen Unverpacktladen, dahinter steckt der 24-jährige Schongauer Michael Wühr. Ihm sei wichtig, was in der Welt der Zukunft passieren wird, schilderte er seine Motivation. „Und ich will selbst mitgestalten.“ In der Diskussion zum Thema Nachhaltigkeit beim Wirtschaftsempfang fand er deutliche Worte: „Der Kassenzettel ist wie ein Wahlschein.“ Der Verbraucher beherrsche den Markt. „Was gekauft wird bestimmt, was kommt und was wieder verschwindet.“ Mindestens ein halbes Jahr werde es bis zur Eröffnung seines Geschäfts noch dauern. Auch für Ladenneueröffnungen braucht es Handwerker und Material, beides ist derzeit rar.

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