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Erneuter Wechsel in der Schongauer Grünen-Stadtratsfraktion

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Von: Astrid Neumann

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„Nach wie vor 100 % Frauenquote“ hieß es noch im September in der Grünen-Stadtratsfraktion in Schongau bestehend aus Esra Böse, Janaina Subiabre Haseitl und Bettina Buresch (v. links). Damit ist jetzt Schluss – Markus Keller (kleines Foto) übernimmt den Platz von Subiabre Haseitl im Gremium. © Grüne SOG/Archiv

Schongau – Nur wenige Monate nach ihrer Schwester Teresa verlässt auch Janaina ­Subiabre Haseitl den Schongauer Stadtrat. Damit steht am kommenden Dienstag die nächste Veränderung in der Grünen-Fraktion an. Für Subiabre Haseitl folgt dann Markus Keller in das Gremium.

Aus persönlichen Gründen legte Teresa Subiabre Haseitl im September ihr Stadtratsmandat nieder. Diesem Beispiel folgt nun auch Schwester Janaina. Bereits in der Sitzung am kommenden Dienstag, 18. Januar, steht ihr Antrag auf Niederlegung auf der Tagesordnung. Sie begründet ihre Entscheidung gegenüber dem Kreisboten so: „Mein Mann und ich hatten schon länger nach einer Wohnung gesucht und waren fündig.“ Es soll nach Freiburg gehen. Doch so einfach war beziehungsweise ist der Weg dorthin nicht.

Offiziell umziehen dürfe ihr Mann nämlich erst, wenn er die Erlaubnis dazu hat, erklärt Subiabre Haseitl. Kennengelernt haben sich die beiden in Schongau. Doch schon kurze Zeit später musste ihr Mann nach Weilheim in eine andere Asylunterkunft ziehen. „Eine Woche später dann nach München in ein Ankunftszentrum für Flüchtlinge (eigentlich für die Neuankömmlinge – das war er schon seit Jahren nicht mehr). Nach ein paar Monaten dann nach Putzbrunn. Die Ungewissheit, wie es weiter geht – ob oder wann er abgeschoben wird, hat oft an meinen Nerven gezerrt“, erklärt sie weiter.

Während dieser Zeit haben die beiden auch geheiratet. Zu ihr ziehen durfte ihr Mann allerdings erst zehn Monate nach der Hochzeit, so Subiabre Haseitl. „Ich hoffe sehr, dass das diesmal schneller geht.“

Dass sie dadurch auch sehr viele schlechte Erinnerungen an Schongau habe, möchte sie nicht bestreiten. „Und dass sich Mitarbeiter in Ausländerbehörden nur an die Regeln halten und ihre Arbeit vielleicht einfach nur richtig machen wollen, das glaube und hoffe ich auch.“ Trotz all dem ist Subiabre Haseitl dankbar für ihre Zeit in Schongau und für die Erfahrungen. „Ich finde, dass ein Gremium, wie das des Stadtrates, bunt gemischt sein sollte und ich finde es toll, dass Schongau zwei junge Menschen gewählt hat.“

Gemeinsam sind die Schwestern – damals 23 und 25 Jahre alt – im März 2020 in das Gremium gewählt worden. Grünen-Fraktionsvorsitzende Bettina Buresch bedauert die Entscheidung von Janaina Subiabre Haseitl: „Sie hat sich so gut gemacht im Stadtrat“, befindet Buresch. Sie war außerdem Mitglied im Rechnungsprüfungsausschuss und im Stiftungssenat sowie stellvertretende Seniorenreferentin. Die beiden Schwestern hätten sich viel für Schongau eingebracht, unter anderem nennt die Fraktionsvorsitzende das Projekt der Gassenverschönerung. Jedoch sei Janaina eben noch jung, da könne sich immer leicht etwas ändern.

Für Teresa Subiabre Haseitl übernahm im September Esra Böse. Der nächste auf der Liste wäre nun eigentlich Mario Albrecht gewesen. Dieser ist aber mittlerweile aus Schongau weggezogen. Daher rückt nun Markus Keller, Lebenspartner von Bettina Buresch, in das Gremium nach. „Ich glaube, wir sind damit das erste Pärchen im Schongauer Stadtrat“, so Buresch.

Keller werde dem Gremium gut tun: „Er kann Tacheles reden“, weiß Buresch aus langjähriger Erfahrung. Mit 100 Prozent Frauenquote in der Grünen-Fraktion ist es damit allerdings ab kommendem Dienstag vorbei.

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