Fluthilfe Urlaub Bauernhof
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Auf dass das gute Beispiel Schule macht, hoffen Sylvia Neumeier vom Landesverband Bauernhof- und Land­urlaub Bayern, Emanuel Gronau, Initiator Fluthilfe Oberland, und Angelika mit Ehemann Georg Rudolf (v. links).

Fluthilfe Oberland:

Urlaub auf dem Bauernhof für Flutopfer

Böbing – Materielle Schäden sind – wenn auch mit großem Aufwand – irgendwann zu beheben. Doch die psychischen Narben, die die verheerende Flutkatastrophe im Ahrtal hinterlassen hat, sind teilweise noch gravierender. Um auch diese etwas zu mildern, fand vergangene Woche auf Einladung der Familie Angelika und Georg Rudolf, die Ferien auf dem Bauernhof anbieten, und auf Initiative von Emanuel Gronau ein Pressegespräch statt, mit dem Ziel für die Flutopfer konkrete unbürokratische Angebote zu kreieren.

Neben der Familie Rudolf waren Brigitte und Emanuel Gronau sowie Sylvia Neumeier vom Landesverband Bauernhof- und Landurlaub Bayern anwesend. Gronau hatte Franziska Feldmeier in Eglfing besucht, die spontan einer Geschädigten einen kostenlosen Erholungsurlaub auf ihrem Hof ermöglichen will. Daraufhin hatte Gronau die Idee, die Sache etwas größer aufzuziehen und stieß beim Verband für Bauernhof- und Landurlaub in Bayern auf offene Ohren und Arme.

Große Resonanz

Dem Verband sind 250 Höfe mit insgesamt rund 700 Ferienwohnungen angeschlossen, die alle angeschrieben wurden. In kürzester Zeit kamen 31 positive Rückmeldungen für kostenlosen Erholungsurlaub. Dies ist umso bemerkenswerter, da diese Betriebe ja in den letzten eineinhalb Jahren selbst kaum Umsatz mit den Ferienwohnungen erzielen konnten.

Die Kriterien der Auswahl für den Erholungsurlaub sind: schwer geschädigte Familien und hauptsächlich Familien mit traumatisierten Kindern. Dafür hilft vor Ort Mario Wackenhut von der Fluthilfe Eifel, der die Initiative von dort aus begleitet und unterstützt. Emanuel Gronau hat selbst eine besondere Beziehung zu Bad Neuen­ahr-Ahrweiler. Seine Tante hat im dortigen Augustinum seit mehreren Jahren gewohnt. Sie hatte für ihren Tod alles mit dem örtlichen Bestattungsinstitut geregelt. Das Augustinum musste geräumt werden und wurde von den Fluten verschlungen, ebenso wie das Bestattungsinstitut. Die Aufregung war für die Tante zu viel; sie ist kurz darauf verstorben.

Beitrag leisten

Ein Grund mehr für Gronau, die Initiative „Fluthilfe Oberland“ zu gründen. Jeder kann etwas dazu beitragen. Die Koordination läuft unter fluthilfe.oberland@gmail.com.

Eine wichtige Anmerkung haben die Verantwortlichen: „Bitte unter der obigen E-Mail Adresse nur melden, was sie gedenken anzubieten.“ Da man noch nicht weiß, wann und wohin die Familien kommen, werden die jeweiligen Angebote von der Initiative dann entsprechend zugeordnet. Aus bürokratischen Gründen bitte vorläufig keine Geldspenden.

Private Ferienwohnungsvermieter können sich melden, Freikarten z.B. für einen Besuch im Märchenwald können gespendet werden u.v.m. Familie Fischer vom Bayerischen Rigi in Hohenpeißenberg erklärte sich spontan bereit, Essensgutscheine zu spenden und will auch mit dem Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband eine Möglichkeit suchen, Hilfen anzubieten.

Familie Rudolf, die Gastgeber vom Granerhof, wird über Weihnachten eine Familie bei sich aufnehmen.

H. Seifried

Quelle: Kreisbote

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