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Lebensraum Lechtal: Die Zukunft des Flusses

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Lech
Die Gesellschaft habe sich zu fragen, wie sie mit dem „Patienten Lech“ weiter vorgehen will, findet der Lebensraum Lechtal e.V., der die auslaufenden Konzessionen der meisten Wasserkraftwerke als große Chance sieht. © Verein

Landkreis – Die Konzessionen der meisten Wasserkraftwerke am Lech – also die Erlaubnisse, sie zu betreiben – laufen schrittweise in den nächsten circa 90 Jahren aus, die ersten schon in elf Jahren. Das bringe die Chance mit sich, „die wirtschaftlichen und naturschutzfachlichen Folgen des Totalausbaus der letzten 150 Jahre unseres deutschen Lech zu minimieren oder den Zustand notwendigerweise zu verbessern“, schildert der Lebensraum Lechtal e.V. in einer Pressemitteilung, in der auch eine Veranstaltungsreihe angekündigt wird. 

„Der Lech ist immer noch die bedeutendste Biotopbrücke im gesamten nördlichen Voralpenraum“, eröffnet die Pressemitteilung des Vereins. „In Sachen Artenvielfalt und Strukturvielfalt der Lebensräume ist der Lech immer noch einzigartig.“ Das „immer noch“ zeige aber auf, dass diese Vielfalt und Bedeutung schwinde.

„Die Renaturierung oder die Einbeziehung naturschutzfachlicher Aspekte beim Betreiben der Staustufen würde nicht nur der Natur selbst dienen“: Der Mensch würde unter anderem als Erholungssuchender profitieren, von besseren Bedingungen für die Trinkwasserversorgung.

Das A und O

Die massive Verbauung, hervorgerufen durch enormen Energiebedarf, hat den Lech schneller fließen, sich eintiefen, Auenbereiche trockenfallen und Lebensräume verschwinden lassen. Für einen intakten alpinen Fluss ist eine biologische Durchgängigkeit (Fische und Insekten) und eine Geschiebe-Durchgängigkeit überlebenswichtig. Nicht nur für Flora und Fauna, sondern für ganze Lebensräume. „Geschiebe ist das A und O für einen nordalpinen Fluss.“ Durch die Störungen (Stauhaltungen) bekomme der Lech „Fieber“, sein Wasser ist wärmer und fließt langsamer, die Sauerstoffversorgung nimmt ab.

Lech
Lebensraum Lechtal sieht einige Chancen, den Zustand des Lechs zu verbessern. Wichtig: „Geschiebe ist das A und O für einen nordalpinen Fluss“, so der Verein. © Verein

Suche nach Antworten

„Wir müssen uns fragen, wie wir mit dem Patienten Lech weiter vorgehen möchten“, fasst der Verein zusammen. „Wie soll er zukünftig aussehen? Welche Funktionen soll er erfüllen?“ Die Chance einer Verbesserung des Zustands des Lech bestehe zum einen durch den heutigen Wissensstand über Gewässerdynamik, Gewässerökologie und moderne ökologischetechnische Neuerungen der Wasserkraftanlagen. Zum anderen durch das heutige gesellschaftliche Umweltverständnis und der gesellschaftlichen Bereitschaft, umweltverträglicher und nachhaltiger zu handeln. Dies zeige sich ebenfalls in der Klimawirkungs- und Risikoanalyse 2021 für Deutschland im Auftrag des Umweltbundesamtes. Sie betone den Bedarf an Renaturierung und Hochwasserschutz an deutschen Flüssen.

Auswahl an Terminen

20. August: „Die Geschichte der Litzauer Schleife und weitere spannende Lech-Geschichten“ (Wanderung).
15. September: „Das Zukunftskonzept für den Lech“ (Onlineseminar).
17. September: „Die Lechstau­stufe Kinsau als gutes Beispiel für den Lech der Zukunft“ (Fahrradexkursion).
24. September: „Gemütlicher Spaziergang und Diskussion um die Zukunft des Lech“ in Schongau.
25. September: „Vorher-/Nachher-Bildserie des Lech und Folgerungen für das Lech-Management“ (Outdoorbildvortrag in Urspring).

Die Veranstaltungsreihe „Die Zukunft unseres Lech – und die Chancen und Möglichkeiten der Renaturierung“ ist ein organisationsübergreifendes Angebot verschiedener Akteure.

Infos und weitere Veranstaltungen hier..

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