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Ortsdurchfahrt Schwabniederhofen: Ersatzstrecke soll Sicherheit erhöhen

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Von: Ursula Gallmetzer

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In Schwabniederhofen kann es eng zugehen. Die 90-Grad-Kurve soll künftig nicht mehr Ortsdurchfahrt sein.
In Schwabniederhofen kann es eng zugehen. Die 90-Grad-Kurve soll künftig nicht mehr Ortsdurchfahrt sein. © Schorer

Schwabniederhofen – Seit vielen Jahren warten die Menschen in Schwabniederhofen darauf, dass die Ortsdurchfahrt verlegt wird. Nun gab es vom Kreistag grünes Licht für den Straßenbau. 

„Wir sind froh, wenn wir das Thema endlich abhaken können. Wir tragen es schon ewig rum“, leitete Landrätin Andrea Jochner-Weiß den Tagesordnungspunkt zur Ortsdurchfahrt in der jüngsten Kreistagssitzung in Peißenberg ein. Seit 1972 stehe der Umbau der Straße auf der Agenda. Ein Großteil sei bereits ausgebaut. Nun sei das letzte Stück dran.

Die 90-Grad-Kurve soll künftig nicht mehr zur Ortsdurchfahrt zählen. Ein Umbau an gleicher Stelle ist nicht möglich, da zu wenig Platz vorhanden ist. Stattdessen soll nun ein gerades 480 Meter langes Ersatzstück etwas weiter westlich entstehen, das das Nadelöhr ersetzt. Obwohl die Genehmigung bei der Sitzung eigentlich bereits im Raum schwebte, hatten einige Kreisräte doch Bauchschmerzen ob der anstehenden Entscheidung.

„Gegen den Ausbau haben wir nichts, aber eine Million Euro für ein paar Meter ist viel“, gab etwa Elke Zehetner (SPD) zu bedenken. In Anbetracht der vielen anderen anstehenden Ausgaben im Landkreis schlug sie vor, dass die Straße noch etwas warten kann. Maiken Winter (ödp) war ebenfalls der Meinung, dass „eine Million für gut 400 Meter erheblich sind“ und regte an, das Geld lieber in den Klimaschutz zu investieren.

Hans Schütz (Grüne) hatte ganz andere Sorgen: „Wenn die Strecke raus ist, wird wieder beschleunigt“, fürchte er viele Beschwerden, die kommen und dann zu einem erneuten Umbau führen könnten. „Dann zahlen wir noch mal“. Sein Fazit: „Die Million sollten wir uns sparen.“

Altenstadts Altbürgermeister Albert Hadersbeck versuchte indes, für das Bauvorhaben zu werben. In seiner Amtszeit sei es ein Kraftakt gewesen, alle nötigen Grundstücke zu erwerben. Viele Diskussionen seien notwendig gewesen. Nun, da der Weg geebnet sei, könne es eigentlich gar kein Zurück mehr geben. „Die Leute würden sich verschaukelt fühlen“, befand er angesichts der Anstrengungen der letzten 20 Jahre.

Kreiskämmerer Norbert Merk pflichtete bei. „Ich möchte einen verlässlichen Landkreis“, verwies er auf die Planungen der letzten Jahre. Die Finanzmittel seien ohnehin seit langer Zeit im Haushalt vorgesehen. Außerdem habe die Verbindung überregionale Bedeutung.

Das verdeutlichte Altenstadts Bürgermeister Andreas Kögl (CSU). Die Straße sei nicht nur ein Zubringer zur Kaserne, sondern auch eine wichtige Ausweichstrecke bei Sperrungen der B17. Außerdem bangte er um die Sicherheit seiner Einwohner. „An dieser Kreisstraße gehen Kinder zur Schule und alte Leute zur Kirche“, erklärte er. Darüber hinaus würden einige der direkten Anwohner von der Haustür direkt auf der Straße landen.

Den Sicherheitsaspekt betonte auch Guntram Vogelsgesang. Als Bürgermeister der Nachbargemeinde Hohenfurch sei er oft in Schwabniederhofen unterwegs. „Wer einmal auf der Straße gefahren ist, weiß, wie gefährlich sie ist. Es wäre unverantwortlich, es noch länger zu schieben.“

Schließlich ließ sich die Mehrzahl der Kreisräte überzeugen. Gegen 15 Stimmen wurde der Ausbau beschlossen.

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