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Peiting will auf Glasfaser-Bundesförderprogramm »aufspringen«

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Von: Johannes Jais

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Peiting Breitband Glasfaser
Das Breitbandnetz in Peiting – hier ein Blick auf die nördliche Ortschaft von der Wanderhofstraße vorne bis zum Kalvarienberg hinten – soll gigabitfähig werden. Voraussetzung dafür sind Glasfaserleitungen. © Jais

Peiting – Mit satten Zuschüssen vom Bund und auch vom Land Bayern kann der Markt Peiting rechnen, wenn er beim Ausbau des Glasfasernetzes das Förderprogramm nutzt. Bürgermeister Peter Ostenrieder spricht von einem „guten Verfahren, auf das wir aufspringen sollten.“ Da könne die Gemeinde zeigen, dass sie der Zukunft zugewandt sei. 

Voraussetzung ist, dass die Gemeinde in der Förderung einen Schwenk vollzieht und zu einem bundesweiten Förderprogramm wechselt, das im August 2021 aufgelegt wurde. Dieses Verfahren wird vom Land Bayern zudem kofinanziert. Auf den Markt Peiting entfällt letztlich zirka ein Zehntel der Kosten.

Ausführlich erläuterten Karl Manstorfer und Dr. Reiner Grasberger von der Beratungsfirma IK-T aus Regensburg vor den Gemeinderäten das Thema. Der Name IK-T steht für innovative Kommunikationstechnologien.

In den vergangenen vier Jahren wurde der Ausbau in Peiting und in den Riedschaften vorwiegend mit Zuschüssen aus einem Landesprogramm vorangetrieben. Jetzt sei die Chance da, über ein Bundesprogramm wesentliche Zuschüsse für den weiteren Netzausbau zu generieren, führte Manstorfer in das Thema ein.

Wesentlich profitieren könnten knapp 1.600 Haushalte in der Marktgemeinde, die zurzeit daheim beim Internet eine Downloadgeschwindigkeit von mehr als 30 Mbit haben, aber zugleich weniger als 100 Mbit. Diese Zahlen nannte Reiner Grasberger von der Firma IK-T, die eine so genannte Markt­erkundung vorgenommen hat, wobei die Anbieter Telekom und Vodafone die Ziffern für Peiting zurückgemeldet haben.

Experte rät zu Betreibermodell

Der Geschäftsführer des Planungsbüros IK-T, Karl Manstorfer, riet bei seinen Ausführungen vor den Gemeinderäten in der Schloßberghalle künftig zu einem Betreibermodell, um beim Breitbandausbau weiße bzw. graue Flecken zu beseitigen. Dabei nimmt die Gemeinde das Heft selbst in die Hand bei Planung, Bau und Betrieb des Glasfasernetzes. Dazu kann sie Fachfirmen einbinden.

In der Vergangenheit ist die Telekom mit dem bzw. nach dem Ausbau auch Netzbetreiber geworden. Der Konzern hatte bei den Ausschreibungen immer gewonnen, wobei die Zahl der Mitanbieter gering war. Ein Vorteil beim Eigenbetrieb ist laut Manstorfer, dass man Einfluss auf die Bauzeit habe. Der Geschäftsführer nannte die Beispiele Wolnzach und Poing, wo innerhalb von zwei Jahren Planung und Bau realisiert wurden.

Wenn das Glasfasernetz der Gemeinde gehöre, könne sie dafür Miete verlangen. Das seien zwar „keine umwerfend großen Summen“, so Manstorfer. Aber der dauerhafte Aufwand könne damit bestritten werden. Frühestens nach sieben Jahren könne das Netz dann verkauft werden.

Bürgermeister Ostenrieder fasste zusammen, dass der Ausbau des Glasfasernetzes in Peiting von der Firma IK-T in der Summe schon vor mehreren Jahren auf 29 Millionen Euro veranschlagt worden sei. Diese Prognose Manstorfers sei eine Punktlandung gewesen. 90 Prozent steuere nunmehr der Staat zu dieser gewaltigen Summe bei.

»So wichtig wie Wasserversorgung«

„Wir müssen so schnell wie möglich das Glasfasernetz ausbauen“, befand Herbert Salzmann (SPD). Michael Deibler (CSU) erkannte, dass es beim Glasfaserausbau noch Luft nach oben gebe. Diese technische Infrastruktur sei genauso wichtig wie eine gute Wasserversorgung – „nur nicht so langlebig“.

Norbert Merk (CSU) plädierte klar dafür, das Netz in den Eigenbetrieb zu übernehmen. Das sei mit Blick auf die Abschreibung finanziell besser, und zudem könne der Markt Peiting selber entscheiden. Auch Christian Lory (Unabhängige) äußerte seine „klare Tendenz“ zum Eigenbetrieb.

Thomas Elste (Grüne) wollte wissen, wie viele Adressen es dann in einigen Jahren gibt, die keinen Glasfaseranschluss kriegen. „Am Ende des Tages“, so Rathauschef Peter Ostenrieder, werden es knapp 2.000 Haushalte in Peiting sein, die vom schnellen Internet profitieren können. Haushalte gibt es im Ortsbereich zirka 3.300. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass gut 1.000 Haushalte den Ausbau nicht nutzen – entweder, weil sie schon gut versorgt sind oder weil sie kein Interesse daran haben.

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