Martyna Jurewicz (Durchschnitt 1,10 und bestes Ergebnis im sprachlichen Zweig), Lilly Weiß (1,18; Beste im hauswirtschaftlichen Zweig), Marcus Hampel (1,10; Bester im technischen Zweig) und Magdalena Kees (1,36; Beste im kaufmännischen Zweig) (v. links) mit Schulleiter Armin Eder.
+
Martyna Jurewicz (Durchschnitt 1,10 und bestes Ergebnis im sprachlichen Zweig), Lilly Weiß (1,18; Beste im hauswirtschaftlichen Zweig), Marcus Hampel (1,10; Bester im technischen Zweig) und Magdalena Kees (1,36; Beste im kaufmännischen Zweig) (v. links) mit Schulleiter Armin Eder.

Gottesdienst mit Zeugnissen

Pfaffenwinkel-Realschule: Außergewöhnlich erfolgreicher Jahrgang im Eisstadion verabschiedet

  • VonRasso Schorer
    schließen

Schongau – Das ist ein Schulrekord: 37 Mal steht die 1 vor dem Komma und damit so oft wie noch nie in einem Abschlussjahrgang der Pfaffenwinkel-Realschule. Außergewöhnlich war aber nicht nur das Ergebnis, sondern auch der Rahmen, in dem die Jugendlichen ihre Zeugnisse entgegennahmen: Dieser dürfte „in Bayern einzigartig sein“, mutmaßte Schulleiter Armin Eder am Donnerstagabend.

Es war wohlgemerkt keine Verabschiedung und auch keine Abschlussfeier, die da im Eisstadion stattfand – es war ein Gottesdienst. Als solcher konnte die Veranstaltung mit rund 400 Anwesenden über die Bühne gehen.

Hauptredner neben Stadtpfarrer Norbert Marxer war Eder, Schulleiter und geweihter Diakon. Seine Ansprache richtete er im Zuge einer Predigt an die Anwesenden; Schülersprecherin Hanna Thoma wandte sich in Form von Fürbitten an die Zuhörer und Gott.

Gleich zur Einleitung erfolgte eine genaue Erklärung, was erlaubt war und was nicht: Am Platz galt Maskenpflicht, Getränke wurden erst nach der Veranstaltung wieder ausgeschenkt. Statt des üblichen Händeschüttelns verneigte sich Eder vor dem jeweiligen Absolventen, dem er das Zeugnis überreichte – die meisten Schüler erwiderten das. Zwischendurch drangen Verkehrsgeräusche durchs offene Stadion herein, die Musik kam aus den Boxen statt aus Instrumenten und Kehlen. Nur das Bayernlied stimmten die Anwesenden unter ihren Masken gemeinsam an – dem Text nach sei das ja auch ein Gebet, erklärte Marxer. Er befand: Die Eishalle und die Umstände sorgten für ein ungewöhnliches Drumherum, „ein schlechter Platz ist es aber nicht“. Stattdessen hielt er an die Absolventen gewandt fest: „Ihr habt es geschafft, das ist ein tolles Gefühl.“

Maske am Platz, Musik aus den Boxen. Es war einiges anders, als die Realschüler ihre Zeugnisse entgegennahmen. Doch waren immerhin rund 400 Personen dabei.

Eder zitierte in seiner Abschlussrede einen Ausspruch Jens Spahns von vor über einem Jahr. „Wir werden in ein paar Monaten wahrscheinlich viel einander verzeihen müssen“, hatte der Gesundheitsminister gesagt. Im Sinne der Goldenen Regel – Alles, was Ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen – fing er selbst direkt damit an, indem er sich an Schüler, Schulfamilie, Eltern und Vorgesetzte sowie Verantwortliche im Kultusministerium wandte. Eder wählte dabei deutliche Worte – sowohl im Hinblick auf Entscheidungen, mit denen er während der Corona-Zeit konfrontiert worden war, als auch solchen, die er selbst traf oder umzusetzen hatte.

Bei ihrer Einschulung hätte keiner gedacht, dass die letzten beiden Schuljahre großteils vor dem Laptop stattfinden würden, schilderte Schülersprecherin Hanna Thoma. Mancher komme damit besser, mancher schlechter zurecht. Seine Freunde und den Alltag habe aber jeder vermisst. „Wir alle haben das Beste aus den letzten Wochen und Monaten gemacht und gemerkt, dass es ohne Miteinander nicht geht.“

Dass die Schüler auch einen Blick für andere haben, wurde klar, als die Betroffenen der jüngsten Flutkatastrophe ihren Platz in den Fürbitten bekamen, am Ausgang des Eisstadions wurden Spenden gesammelt.

Quelle: Kreisbote

Auch interessant

Kommentare