Via Claudia-Platz Altenstadt
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Auch Altenstadt lag an der bekannten Römerstraße – einige Infos dazu sind am Via Claudia-Platz aufbereitet.

»Verbindet Länder«

Rückblick des Vereins »Via Claudia Augusta« auf 2020

  • VonRasso Schorer
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Landkreis – Nach einjähriger coronabedingter Pause fand vergangene Woche erstmals wieder eine Jahreshauptversammlung des Vereins „Via Claudia Augusta” statt. Die römische Fernstraße führt von Oberitalien bis zur Donau und damit auch genau durch den Altlandkreis. 

Paul Iacob, ehemaliger Bürgermeister aus Füssen und Vorsitzender des Vereins, zeigte in Igling bei Landsberg in seinem Bericht neben verschiedenen Tätigkeiten während des Jahres 2020 auch die „heruntergebremste Situation“ durch die Corona-Krise auf. „Wir als Verein sind auf Begegnungen und Gespräche angewiesen, wo dies nicht möglich ist, ruht leider die Tätigkeit zum größten Teil“, berichtete der Vorsitzende.

Da die Via Claudia auch historisch gesehen über drei Länder gebaut ist, gilt ein großes Augenmerk der transnationalen Zusammenarbeit mit Italien und Tirol. Um diese zu stärken, wurde im Jahr 2015 eine Europäische Wirtschafts-Interessen-Vereinigung gemeinsam eingegangen. Diese, so der Tenor der Versammlung, habe sich jedoch nicht bewährt oder ausgezahlt. Somit bestätigten die Mitglieder den Austritt des Bayerischen Vereins aus dieser Wirtschafts-Verbindung.

Großer Wert soll jedoch weiterhin auf die zukünftige Zusammenarbeit mit den beiden Partnern Italien und Tirol gelegt werden. „Die Via Claudia endet nicht an der Staatsgrenze, sondern verbindet die Länder“, fasste es ein Teilnehmer der Versammlung zusammen.

In seinem Finanzbericht stellte der Roßhauptener Bürgermeister Thomas Pihusch eine gute Bilanz vor. Der angesparte Betrag soll für die Verbesserung der Qualität der „Via Claudia”-Route verwendet werden. Die Vorstandschaft wurde daraufhin einstimmig entlastet.

Dr. Bernd Steidl von der Archäologischen Staatssammlung in München zeigte in seinem Vortrag neue Annahmen und Erkenntnisse zur Römerstraße auf. In einer Karte dokumentierte er die Entstehung des Doppelnamens nach Augustus und Claudius für die Trasse, die möglicherweise von Venedig nicht nur zur Donau, sondern sogar bis zur Elbmündung führte.

„Hier gibt es noch viele Chancen zur wissenschaftlichen Forschung auch im Zusammenhang mit möglichen Befunden vor Ort“, sagte Steidl. „So werden wir in manchen Bereichen auch den Verlauf anhand der Funde ändern können.”

Neue Auszeichnung

Darüber hinaus erhielt die Rad- und Wanderwegtrasse der „Via Claudia” heuer die Auszeichnung als die meistbefahrene und beliebteste Radstrecke. Dieses herausragende Prädikat aufrecht zu erhalten, erfordere aber auch dieses Jahr erneut eine informative und kritische Befahrung, um mögliche Defizite festzustellen und abzubauen. Ziel müsse sein, den Vier-Sterne-Status zu erhalten. Dies wurde bereits teilweise durch fachliche Begleitung erledigt.

Erneuert werden sollen zudem die Informationstafeln entlang der Route. Dazu gehören ein neues Erscheinungsbild mit einem aktuellem Text sowie neuen Bildern. Über einen auf diesen Infotafeln angebrachten QR-Code können die Nutzer künftig zusätzliche Infos abrufen.

Einstimmig genehmigte die Versammlung die Freigabe der dafür erforderlichen finanziellen Mittel.

Quelle: Kreisbote

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