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Rund 1000 Bauern bei Protestaktion in Murnau

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Der Landtagsabgeordnete Harald Kühn und der zweite Landrat Dr. Michael Rapp nutzten die Protestveranstaltung der Bauern,  um mit den Teilnehmern in Dialog zu treten. Sie waren unweit der Veranstaltung Gäste des CSU-Neujahrsempfangs.
20240202-089A6355.jpg © Dominik Bartl

Auf den Feldern an der Ramsachstraße in Murnau reihen sich bei einer Protestaktion mit rund tausend Bauern 370 Fahrzeuge dicht an dicht. Zudem weisen sie mit einem Mahnfeuer auf ihr Anliegen hin. Nebenan treffen sich die Gäste beim Murnauer CSU-Neujahrsempfang, darunter CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt, Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und der Landtagsabgeordnete Harald Kühn. Einige suchen den Kontakt zu den Bauern.

Murnau - In den sozialen Medien, via WhatsApp und klassisch per Anruf verbreitet sich die Information über das Mahnfeuer schnell, auch weit über die Grenzen des Landkreises Garmisch-Partenkirchen hinaus. Das ist an den Kennzeichen der Fahrzeuge der Besucher zu erkennen, die auch aus den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Weilheim-Schongau kommen. Grund ihres erneuten Protests am Freitag sind die angekündigten Leistungskürzungen beim Agrardiesel und der Unmut über die Bundesregierung. Kurz vor 18 Uhr wurde ein Feuer entfacht, die Versammlung begann. Milchlaster, Radlader, Traktoren, Raupenfahrzeuge und auch normale Autos nahmen an der Protestaktion teil. „Zu dem Mahnfeuer kamen 250 Traktoren, 120 Fahrzeuge und wir gehen von 700 bis 800 Personen aus, die hier teilgenommen haben. Damit haben wir aber auch im Vorfeld gerechnet“, berichtet Florian Benedikt von der Polizeiinspektion Murnau.

Mahnfeuer der Bauern unweit des Neujahrsempfangs der CSU Murnau

Die Anfahrt der Protestler glich einer Sternfahrt an den Alpenhof nach Murnau. Auf allen Straßen rund um Murnau blinkten die gelben Lichter der Protestfahrzeuge. Von Weilheim kommend staute es sich, unzählige Traktoren waren auf dem Weg. Auf der südlichen Seite sah man bis Eschenlohe ein Blinklicht nach dem anderen, obwohl die Freiflächen rund um das Mahnfeuer bereits gut gefüllt waren. Auch auf den anderen Zufahrtsstraßen nach Murnau sah es nicht anders aus.

CSU-Politiker vor Ort im Dialog mit den Landwirten

Im Alpenhof begrüßte zur gleichen Zeit die örtliche CSU ihre Gäste zum Neujahrsempfang. Zweiter Landrat Dr. Michael Rapp und Landtagsabgeordneter Harald Kühn (beide CSU) kamen vor Beginn der Zusammenkunft heraus und unterhielten sich mit einigen Landwirten. Diese beteuerten, dass der Protest nichts mit dem Neujahrsempfang und der Bayerischen Regierung zu tun habe. Dr. Michael Rapp kam ins Gespräch mit einem Verantwortlichen der Aktion: „Ich kann euch vollkommen verstehen, so kann es nicht weitergehen, ich habe Verständnis dafür“. Am Ende der CSU-Veranstaltung suchten Michaela Kaniber und Alexander Dobrindt den Dialog mit den Landwirten. Laut Versammlungsleiter Anton Lautner aus Seehausen ging es bei den Gesprächen um die Gesetzesflut und die Auflagen, die weniger werden müssten. Mit den Politikern sei zudem der Schutz der Außengrenzen angesprochen worden, ebenfalls das Thema, dass Gelder ins Ausland verteilt würden, „die im eigenen Land dringend benötigt werden.“

Erneut protestieren Landwirte in der Region. In Murnau kamen am Freitag rund tausend Vertreter der Berufsgruppe zusammen, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen.
Erneut protestieren Landwirte in der Region. In Murnau kamen am Freitag rund tausend Vertreter der Berufsgruppe zusammen, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. © Dominik Bartl

Am Ende gibt es ein lautes Hupkonzert

Schon als die ersten Fahrzeuge auf die Felder fuhren, merkte man, dass dies eine sehr matschige Aktion werden würde. Dementsprechend sahen auch die Schuhe und Fahrzeuge beim Verlassen des Geländes aus. Mitten im Geschehen wurde spontan ein Grill aufgebaut und wurden Würstel gegrillt. Ein Angebot, was gut angenommen wurde. Die Dunkelheit war längst angebrochen, außer dem Feuer gab es lediglich die Straßenlaternen als Lichtquelle. Als der Neujahrsempfang begonnen hatte, ließen die Fahrzeuge am Mahnfeuer ihre Blinklichter und Scheinwerfer erstrahlen. Das Hupkonzert durfte dabei nicht fehlen. „Die Versammlung ist friedlich und geordnet verlaufen“, so Florian Benedikt, Vizechef der Polizeiinspektion Murnau. Gegen 20.30 Uhr machten sich die ersten Fahrzeuge auf den Heimweg.

Versammlungsleiter Anton Lautner aus Seehausen sagte, es sei überwältigt gewesen, dass so viele Menschen dem Aufruf zum Protest gefolgt seien. Darunter seien viele Privatpersonen und auch der Mittelstand gewesen. „Wir sind auf 1000 Teilnehmer gekommen.“ Er freute sich über den Besuch von Michaela Kaniber und Alexander Dobrindt zum Ende der Protestaktion der Landwirte. Lautner lobte auch die gute Zusammenarbeit mit der Polizei, diese sei „Hand in Hand“ erfolgt, das sei wichtig, denn es müsse „alles sauber und geordnet“ ablaufen“. 

Bereits am kommenden Mittwoch, 7. Februar, soll um 18 Uhr, zwischen Farchanter Tunnel und Garmisch-Partenkirchen, am Kreisverkehr das nächste Mahnfeuer stattfinden.

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