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Was Aigner, Dobrindt, Kühn und Bertl beim CSU-Neujahrsempfang in Peiting thematisieren

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Mit Blick nach vorn. Landtagspräsidentin Ilse Aigner und Bürgermeister Peter Ostenrieder verschaffen sich einen Überblick, während im Sparkassensaal noch Bezirksrätin Alexandra Bertl spricht. © Jais

Peiting – Thematisch querbeet ging’s beim Neujahrsem­pfang der Peitinger CSU. Prominente Rednerin war Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags. Ebenso wie zuvor MdB Alexander Dobrindt betonte sie den Stellenwert der bäuerlichen Landwirtschaft, die nicht durch Verordnungen geknebelt und in der Existenz bedroht werden dürfe. 

Dienstagabend im Sparkassensaal. David Kammerer und Stephan Walter stuhlen hinten zusätzlich auf. Jeder der 150 Gäste soll einen Sitzplatz haben. Auch wenn Hauptrednerin Ilse Aigner noch auf sich warten lässt: Michael Deibler, seit 2021 Vorsitzender des CSU-Ortsverbandes Peiting, heißt um 19.20 Uhr alle Besucher willkommen. Derweil gibt Bürgermeister Peter Ostenrieder den Türsteher, der Aigner nachher in Empfang nimmt.

Den Reigen der Redner eröffnet Bezirksrätin Alexandra Bertl aus Weilheim. Sie charakterisiert den Bezirkstag von Oberbayern als „Sozialparlament“ und spricht an den bisherigen Direktor Wilfried Knorr noch einen Dank für die langjährige Arbeit in Herzogsägmühle aus.

Landtagsabgeordneter Harald Kühn aus Murnau erwähnt, dass in Herzogsägmühle ein Pflegezentrum errichtet wird, wozu der Freistaat Bayern 4,3 Millionen Euro Zuschuss gibt. Der Zuzug in der Region – der Landkreis Weilheim-Schongau wird von jetzt 136.000 Einwohnern auf 146.000 im Jahr 2041 wachsen – habe nicht nur mit den nahen Bergen und der Kulturlandschaft zu tun, sondern basiere wesentlich auf einer intakten Wirtschaft und den sozialen Angeboten.

Alexander Dobrindt (Peißenberg), Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Bundestag, bringt eine Nachbetrachtung zur Grünen Woche in Berlin. „Alle Debatten, die da geführt werden, gefallen mir nicht“, kritisiert er die Äußerungen des Landwirtschaftsministers Cem Özdemir (Grüne) zum ökologischen Umbau der Landwirtschaft.

Es gebe eine „ethische Verantwortung“ gegenüber den Erzeugern. Beim Appell daran, Tierbestände in den Ställen zu reduzieren, müsse man dagegenhalten. „Gras kann man nicht essen“, formulierte der Stimmkreisabgeordnete; das müssten im „größten Grünlandgürtel Europas“, womit er das Voralpenland meint, schon weiterhin die Kühe und Rinder tun.

Fairer Umgang

Hauptrednerin Ilse Aigner, die vor ihrer Zeit als bayerische Wirtschaftsministerin (2013 bis 2018) und als Präsidentin des Landtags (seit vier Jahren) von 2008 bis 2013 in Berlin Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz war, rief zu einem fairen Umgang mit Landwirten auf. „Es tut mir in der Seele weh“, bekundete sie im Hinblick auf auch von Politikern geäußerte Meinungen, wonach Bauern Tiere quälen und aus dem Boden das Letzte herausholen würden.

Almbauern, die ihre Tiere viele Monate im Freien halten, sollten die Rinder über den Winter im Anbindestall halten dürfen, fuhr Ilse Aigner fort. Oft sei in Dörfern im Voralpenland gar kein Platz vorhanden für neue Ställe mit Auslauf. Auf der anderen Seite müsse man schon die Versorgung mit Nahrungsmitteln hoch bewerten, wenn wegen des Krieges in Osteuropa die „größte Getreidekammer der Welt“ ausfällt. Gemeint ist die Ukraine.

Streifzug

Ilse Aigner, die schon 2018 beim Neujahrsempfang in Peiting gesprochen hat, begab sich auf einen Streifzug durch viele politische Felder. Stichwörter, die sie vor den 150 Besuchern in Peiting aufgriff, waren die Familienpolitik („Das Familiengeld ist einzigartig“), Unterstützung für pflegende Angehörige, die Schwangerenkonfliktberatung („Es geht um Frauen, aber es geht auch ums ungeborene Kind“), die Bildung mit Wertschätzung und finanzieller Unterstützung der Handwerksberufe und die Energiepolitik.

Als letzter trat Bürgermeister Peter Ostenrieder ans Mikrofon. Es sei gut, so wie in der CSU auf allen Ebenen von Städten und Gemeinden über Bezirk und Land bis zum Bund vernetzt zu sein. Er sei Rathauschef in einer Gemeinde mit aktiven Vereinen und aktiven Gemeinderäten. So manche Projekte werden angestoßen. Aktiv zu sein, heiße freilich auch, dass es im Ringen um eine Lösung „auch mal knirscht“.

Peitinger Michl: A buntes Spektrum

Oans muass ma ja deana Schwarze scho lassa: Der Nuijohrsempfang von der CSU, der war a recht a bunte Veranstaltung. Und dös ganz ohne Maschkerer und ohne Musik. Zerscht möchte der Petinger Michl vorausschicka, dass ja it bloß Schwarze do waret. Den Elste Thomas von de Greana und den Barnsteiner Ändel von der Bürgervereinigung hot er o gseaha im Saal, o wenn die Zwoa weiter hinta ghockt sind.

Von der SPD hot si koaner blicka lassa. Aber dös hot – rein farblich betrachtet – dia Landrätin sauber ausglicha. Mei liaber, dia Andrea Jochner-Weiß isch do mit so am knallroate Mantel und mit roate Stiefeletta zu deam Empfang komma. Donnerwetter, wia dia in der Mode auftragt.

Richtig dezent dergega die Hauptrednerin, dös wo die Landtagspräsidentin Ilse Aigner war. A feines graues Jackett, in der gleiche Farb der elegante Rock, a goldfarbene Kette aufm dunkelbrauna Pulli und so braune Stiefeletta. Ja, der Peitinger Michl schaugt sich dia Fraua scho gnau a vo Kopf bis Fuaß.

Beim Buargermoaschter, dem Ostenrieder Peter, isch aufgalla, dass er frisch vom Friseur komma isch und an festlicha dunkla Anzug azoga hot. Mit ar gmusterten Krawatte. Auf so an Binder verzichtet hot dergega der Deibler Michl. Aber do war er in ar guaten Gsellschaft. Weil der Dobrindt Alex vom Bundestag und der Kühn Harald vom Landtag, die hant o koan Kulturstrick am Heamat dra ghett.

Schea isch ja, wenn si o Buargermoaschter und Gmoadsrät aus andere Städt und Ortschafta blicka lasset. Dean Schneider Fritz aus Rott und der Epple Schorsch aus Apfeldorf hot der Michl genauso troffa wia den Pape Martin aus Polling oder dean Zellner Frank aus Peißaberg. Ja, sogar a paar Gäste aus Bernried mitm zwoaten Buargermoaschter, dem Schiebel Robert, sind auf Peiting zum Nuijahrs­empfang rauf komma. Beim Hochamt vo deana Schwarza war o der Pfarrer von Peiting, der Kröpfl Robert. Dean kannst ja gar it überseaha mit seiner Größe.

Bunt waret it bloß dia Gästeschar oder dia Kleidung. Bunt war o dös Themenspektrum, wo dia Redner so ghett ham. Isch ja o koa Wunder, wenn ma bedenkt, dass glei sechs Politikerinnen und Politiker ans Mikrofon trete sind. Au weia, dös ka frei a langer Abend weara, hat si do der Redakteur denkt.

Aber es isch no im Rahme blieba. O deswega, weil die Aigner Ilse als Hauptrednerin it ewig gsprocha hat und nach ar knappe Dreiviertelstund zum End komma isch. So isch ma o rechtzeitig zum Buffet komma, dös wo dia Junge Union hergrichtet hot. Mei liaber, do isch frei ganz schö laut wora draußa im Foyer. Aber die Leit hant halt ordentlich was zum Schnable ghett beim erschta Nuijahrs­empfang seit drei Johr.

Was der Peitinger Michl von der Veranstaltung mit hoam gnomma hot? A Kompliment. Von der Ilse Aigner, dia ja im Stimmkreis Miesbach derhoam isch. Weilheim-Schongau sei der schönste Landkreis in Oberbayern, wo sie die Bezirksvorsitzende isch. Glei dahinter käm dann aber Miesbach mit‘m Tegernsee. Dia Bewertung lass mer jetzat oifach mal so schtande.

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