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Widerstand gegen Neubaupläne in Peiting

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Von: Johannes Jais

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Schatten Giebel Haus
Eine viergeschossige Bebauung mit einer Giebelhöhe von 16,60 Meter bedeute für sie einen drastischen Einschnitt, der ihr jegliche Sicht nehme und Licht- wie Sonneneinfall mindere, ärgert sich eine Nachbarin. © Symbolfoto: Panthermedia/kaninw

Peiting – Das alte Haus auf dem Grundstück zwischen Bahnhof- und Bergwerkstraße ist inzwischen abgerissen; auf der Wiese soll ein vierstöckiges Gebäude mit Gewerbe und Wohnungen entstehen. Bauherr ist die Raiffeisenbank Pfaffenwinkel. 

Dazu kam jetzt ein Bürger­einwand zum Bebauungsplan „Zwischen Bahnhof- und Lindenstraße“, der aufgrund des Vorhabens aufgestellt wird. Eine viergeschossige Bebauung mit einer Giebelhöhe von 16,60 Meter bedeute für sie einen drastischen Einschnitt, der ihr jegliche Sicht nehme und Licht- wie Sonneneinfall mindere, schreibt die Eigentümerin einer Wohnung, die sich auf der Westseite des Mehrfamilienhauses an der Bahnhofstraße 30a befindet.

Die betroffene Frau nutzt die Wohnung selbst. Aufgrund der Größe des Bauvorhabens sei mit einer deutlichen Lärmbelästigung zu rechnen. Darunter leide bei ihr die Wohnqualität. Die Baumaßnahme in der unmittelbaren Nachbarschaft mindere den Wert der Wohnung, die auch zur Altersversorgung beitragen sollte. Ein Baukörper in dieser Höhe und Dimension passe nicht zum Ortsbild in Peiting.

Vorgaben erfüllt

In der Abwägung zum Bebauungsplan, ausgearbeitet vom Büro Abtplan aus Kaufbeuren, heißt es zu dem Einwand der Einwohnerin, dass die Abstandsflächen, wie sie die Bayerische Bauordnung fordert, eingehalten werden. Zum Mehrfamilienhaus an der Bahnhofstraße 30a hin ist eine Giebelseite des künftigen Gebäudes vorgesehen. Die Baugrenze sei sechs Meter von der Grundstücksgrenze entfernt, die Wand auf der Ostseite sieben Meter. Bei einer Firsthöhe von 16,60 Metern seien 6,65 Meter Abstand notwendig.

Die Regelung der Abstandsflächen sei immer ein Anhaltspunkt zur Wahrung von Belichtung und Belüftung gewesen, heißt es in der Abwägung, die von den Marktgemeinderäten einstimmig gebilligt wurde. Die Stellungnahme der Bürgerin wird zur Kenntnis genommen. Doch eine Änderung der Planung erfolgt nicht. In der Zielsetzung des schonenden Umgangs mit Boden und Fläche sind Nachverdichtungen im Ortsinneren gewünscht. Innen­entwicklung sei freilich nur mit einem wirtschaftlichen Anspruch an die Architektur umsetzbar. Vor diesem Hintergrund sei die Höhenentwicklung nicht nur gewünscht, sondern auch erforderlich.

Behandelt wurden, als der Bebauungsplan für das 0,45 Hektar große Gebiet im Marktgemeinderat Thema war, sämtliche Stellungnahmen. Dazu zählten auch Hinweise des technischen Umweltschutzes am Landrats­amt Weilheim-Schongau zum Schallschutz im Hochbau, speziell zur Dämmung der Außenbauteile mit einer Einhausung der Tiefgaragenabfahrt.

Vom Sachgebiet Fachlicher Naturschutz am Landratsamt kam die Anmerkung, dass ein Freiflächengestaltungsplan erstellt werden muss. Über der Tiefgarage seien 80 Zentimeter Oberboden aufzubringen. Diesen beiden Punkten wird ebenso wie dem Erhalt einiger Bäume entsprochen. Zurückgewiesen wird von der Gemeinde allerdings die Forderung, schon in der Bauleitplanung einen Spielplatz zu berücksichtigen.

Wie geht es weiter? Noch ist der Bebauungsplan für das Gebiet „Zwischen Bahnhof- und Lindenstraße“ nicht durch. Er muss ein weiteres Mal öffentlich ausgelegt werden.

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