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Gedenkfeier vor der Basilika in Altenstadt mit Pfarrer Siegfried Beyrer.

Fallschirmjäger

Kreta-Gedenktag: Aus ehemaligen Feinden sind Freunde geworden

Altestadt - Heuer jährt sich die Luftlandeschlacht um Kreta zum 75. Mal. Wie immer trafen sich die Veteranen des Zweiten Weltkrieges und der Fallschirmjägertruppe, um ihrer gefallenen Kameraden und der Geschichte zu gedenken.

Zwischen 20. Mai und 1. Juni 1941 setzte die Wehrmacht 7000 Fallschirmjäger über der Mittelmeerinsel Kreta ab. Allein auf Seiten der deutschen Soldaten sollten 3325 Männer nicht mehr von der Insel zurückkehren, ungezählt die alliierten Soldaten und die Opfer in der Zivilbevölkerung. Deshalb gibt es den Kreta-Gedenktag, um an die Opfer zu erinnern.

Dennoch merkte Pfarrer Siegfried Beyrer, der diesmal den Gottesdienst in der Basilika zelebrierte, dass es für die Veteranen ein großer Tag sei, vor allem ein Tag, um Kameraden zu treffen und Erinnerungen auszutauschen und Freundschaften aufzufrischen. Diese gibt es auch unter ehemaligen „Feinden“. Nicht wenige unterhalten Freundschaften mit Soldaten aus dem Vereinigten Königreich oder den Vereinigten Staaten, wie auch der Kranz mit Mohnblüten, der Poppykranz, beweist, der alljährlich zusammen mit einem Kranz der Veteranen am Mahnmal für die Gefallenen auf dem Altenstädter Friedhof niedergelegt wird.

Es sind diese kleinen Geschichten, aber auch die der großen Schlachten, von Verdun über Kreta bis nach Stalingrad, die Geschichte schreiben und Teil dieser sind. Eine Geschichte, so Oberstleutnant d. Res. Wolfgang Bockhold, die von den Menschen geschrieben wurde, für die nicht nur die Deutschen Verantwortung tragen und die eigentlich nicht vergessen werden sollte.

Zeitgleich mit dem Gedenktag halte man die Commonwealth-Gedenkfeier auf Kreta ab, einen Tag später auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Maleme. Bei beiden Feiern, so Bockhold, seien Repräsentanten und Kämpfer aller beteiligter Nationen dabei. Frühere Feinde, die sich oft genug in den Armen lägen, was jeder bestätigen könne, der jemals dabei gewesen sei. Als Kämpfer habe jeder seiner Pflicht genüge getan und der Heimat gedient, so Bockhold. Aber aus Soldaten mit verschiedenen Uniformen, verschiedener Sprache und familiärer Hintergründe seien Menschen geworden, die den anderen achteten, der dasselbe Schicksal teile, so der Offizier. Diese Menschen hätten unsere Geschichte geschrieben, die man weder um- oder neuschreiben, negieren dürfe noch uminterpretieren, wie dies in China, Nordkorea oder Japan geschehen sei. Insbesondere in Japan habe man dem Militär und dem soldatischen Geist, erinnerte Bockhold, die alleinige Schuld an der Niederlage und der resultierenden Schmach gegeben. Mit der Konsequenz, resümierte der Soldat, dass das Verantwortungsgefühl für die Geschichte, aber auch das Bewusstsein, für sein Land einzustehen und für die, die dessen Sicherheit garantierten, verloren gegangen sei. Auch hierzulande, bedauerte Wolfgang Bockhold, gebe es mittlerweile ein „freundliches Desinteresse“ für die Geschichte. Ein Desinteresse, dass Verwerfungen in der Gesellschaft, wie das Erstarken extremistischer Gruppierungen, aber auch die Abhängigkeit vom Einfluss anderer Mächte, ermöglichten. Bockhold: „Wir gedenken in Ehrerbietung an alle, die uns als Menschen verbunden sind. Sie sind alle unsere Kameaden und werden es immer bleiben.

Oliver Sommer

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