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Schongaus Polizeichef Herbert Kieweg ist zufrieden mit der Kriminal- und Verkehrsstatistik 2015.

Kriminal- und Verkehrsstatistik 2015

"Man kann sich bei uns sicher fühlen"

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Schongau - Drogenhandel, Diebstahl, Körperverletzung und zahlreiche Unfälle: 3704 Mal sind die Beamten der Schongauer Polizei im Jahr 2015 ausgerückt. Das sind bedeutend weniger Einsätze als 2014. Noch erfreulicher ist allerdings die Zahl der Aufklärungsquote – von den Wohnungseinbrüchen abgesehen.

Wohnungseinbrüche und Verkehrsunfälle mit überhöhter Geschwindigkeit bereiten Schongaus Polizeichef Herbert Kieweg ziemlich große Sorgen. „Weil die Folgen besonders gravierend sind“, sagt er. Beim Einbruch gehe das Sicherheitsgefühl verloren – nicht nur bei den direkt Betroffenen, die in der Folge oft lebenslang traumatisiert sind. Und bei Unfällen komme es wegen der extremen Aufprallwucht oft zu schweren Verletzungen oder Todesfällen. „Insgesamt bin ich mit der Verkehrs- und Kriminalstatistik aber sehr zufrieden“, sagt Kieweg.

2015 wurden in der Schongauer Inspektion 1463 vollendete oder versuchte Straftaten registriert. Das sind 174 Straftaten weniger als im Jahr 2014 – ein Rückgang von 10,6 Prozent. Noch erfreulicher ist die verbesserte Aufklärungsquote von 68,1 Prozent. 2014 konnten nur 63,3 Prozent aller Fälle gelöst werden. Und – Gott sei dank – entpuppten sich viele Fälle auch als harmlos. Alarmiert wurde die Schongauer Polizei im Jahr 2015 nämlich wesentlich öfter: 3704 Mal!

Hohe Aufklärungsquote bei Körperverletzungsdelikten

Unter anderem 197 Mal wegen Körperverletzung, 33 Mal wegen schwerer Körperverletzung. Die hierbei überragende Aufklärungsquote von 95,9 Prozent liegt laut Kieweg daran, dass „sehr viele Fälle in Familien- oder Bekanntenkreisen passieren, die Opfer den Täter also persönlich kennen“. Disco-Schlägereien zum Beispiel seien da schon schwieriger zu ermitteln.

Aber immer noch leichter als Einbrüche und Diebstähle. 129 Ladendiebstähle, das sind 36 Fälle mehr als 2014, 54 Radldiebstähle, das sind 17 Fälle weniger als 2014, und auch 18 Wohnungseinbrüche, „die schwerpunktmäßig verfolgt werden“. Die Diebstahl- und Einbruch-Aufklärungsquote 2015 liegt bei insgesamt 47,5 Prozent, das sind 10,3 Prozent gelöste Fälle mehr als im Vorjahr. „Das ist natürlich sehr erfreulich.“ Abgesehen von der Aufklärungsquote der Wohnungseinbrüche, die bei lediglich bei rund 20 Prozent liegt (wir berichteten).

Weniger Betrug, Sachbeschädigung und Rauschgifthandel

Deutlich abgenommen haben Betrugsdelikte (118 im Jahr 2015/ Rückgang um 15,7 Prozent), Sachbeschädigungen wie zerkratzte Autos oder angefahrene Verkehrsschilder (208 im Jahr 2015/Rückgang um 24,6 Prozent) aber auch Rauschgiftdelikte (59 Fälle 2015, 75 Fälle 2014). „Bei den Drogendelikten handelte es sich meistens um junge Erwachsene zwischen 20 und 35 Jahre“, sagt Kieweg, die hauptsächlich Cannabisprodukte wie Marihuana oder Haschisch konsumierten oder verkauften. Stark zurückgegangen ist zudem die Straßenkriminalität wie Graffiti-Schmiererei, der klassische Fahrrad-Klau vom Bahnhof oder Schlägereien. „Das beinhaltet alle Straftaten, die auf öffentlichen Straßen und Plätzen passieren“, erklärt Kieweg. 230 Fälle waren es 2015, satte 327 noch im Jahr 2014.

Diese Zahlen beziehen sich auf den kompletten Landkreis Weilheim-Schongau.

Besonders interessant ist die Bilanz der Tatverdächtigen. 778 (596 Männer/182 Frauen) konnten die Schongauer Polizisten im vergangenen Jahr ermitteln, darunter waren 28 Kinder, hauptsächlich zwischen zwölf und 14 Jahren, 159 Jugendliche bzw. Heranwachsende im Alter von 14 bis 21 Jahren, 189 Täter, die keinen Deutschen Pass besitzen, zum Großteil ihren festen Wohnsitz aber in Deutschland haben, und 19 Flüchtlinge. Von allen Tätern standen 122 unter Alkoholeinfluss – ein Thema, dass auch bei der Verkehrsstatistik eine große Rolle spielt.

1238 Verkehrsunfälle, davon vier mit Todesfolge

1238 Verkehrsunfälle mit einem Gesamtschaden von 1,3 Millionen Euro hat die Schongauer Polizei 2015 bearbeitet. Das sind fast zehn Prozent mehr als 2014. Bei 226 Unfällen wurden 232 Personen leicht, 68 schwer verletzt. Vier Unfälle passierten mit tödlichem Ausgang – einer weniger als 2014. „Die Hauptursache der schweren Verkehrsunfälle ist nach wie vor überhöhte Geschwindigkeit“, sagt Kieweg, der künftig mit noch mehr Laserkontrollen an Gefahrenstellen wie der Spinne, Dießener Straße oder Lechbrücke den Rasern das Handwerk legen möchte.

Ein Dorn im Auge sind Kieweg auch die 241 Unfallfluchten – 17 Prozent mehr als 2014. Davon konnten auch nur 115 geklärt werden. „Das stört mich wirklich sehr. Wenn jemand einen Unfall baut, soll er auch dazu stehen und Bescheid geben“, betont Kieweg, der darauf hinweist, dass es doch kein Problem sei, einen Zettel mit Adresse zu hinterlassen und kurz bei der Polizei anzurufen, was unbedingt notwendig sei.

Verstärkt Laser- und Alkoholkontrollen

Gar nicht erst ans Steuer setzen sollen sich Betrunkene. Immerhin sind die Verkehrsunfälle durch Alkoholeinfluss im Vergleich zu 2014 von 24 auf 19 zurückgegangen. 14 Personen wurden dabei verletzt. „Deshalb werden wir weiterhin regelmäßige Alkoholkontrollen durchführen“, sagt Kieweg. 2015 wurden 72 Trunkenheitsfahrer und vier Personen unter Drogeneinfluss aus dem Verkehr gezogen. „Gegen die wurde entweder ein Straf- oder Bußgeldverfahren eingeleitet“, sagt Kieweg, der vor allem mit der Kriminalstatistik – gesunkene Fallzahlen, gestiegener Aufklärungsquote – sehr zufrieden ist. „Die Zahlen zeigen, dass man sich bei uns sicher fühlen kann."

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