Der SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold (in der Mitte) im Gespräch mit Kasernenkommandeur Oberst Ferdinand Baur. Links Landrat Friedrich Zeller. Foto: mg

Kritik an Bundeswehrreform: "Unnötige Personalverschiebung"

Altenstadt - Bei seinem Besuch in der Kaserne in Altenstadt hat der Verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, engagierte Soldaten und eine bestens funktionierende Luftlande- und Lufttransportschule kennengelernt. Warum die Fallschirmjäger von dort abgezogen werden sollen, das bleibt für ihn deshalb ein Rätsel.

„Man sollte Menschen nicht unnötigerweise versetzen“, so die Ansicht von Arnold, der von falschen Entscheidungen bei der Bundeswehrreform spricht. Er habe den Eindruck, so der SPD-Verteidigungsexperte, dass vom Schreibtisch aus Standorte gesucht worden seien, die geschlossen werden sollten.

„So einen Standort wie Altenstadt sollte man nicht ohne Not aufgeben“, forderte der SPD-Abgeordnete, der seinen Wahlkreis in Nürtingen (Baden-Württemberg) hat. Denn an anderer Stelle müssten die für eine Fallschirmjägerausbildung notwendigen Infrastrukturmaßnahmen erst geschaffen werden.

Das sieht auch Landrat Friedrich Zeller so. Auf seine Initiative war Arnold nach Altenstadt gekommen. „Hier haben wir einen genehmigten Luftraum, oft Hochdrucklage, zudem sind Tankstelle und Sanitätszentrum in der Kaserne in Altenstadt erneuert worden“, klärte Zeller seinen Parteikollegen auf.

Dass Altenstadt quasi als Entschädigung für den Abzug der Fallschirmjäger die Feldwebel-Ausbildung erhalten habe, darin sieht Arnold eher einen „Pyrrhus-Sieg“. Denn er bezweifelte, dass dieses Konzept langfristig tragbar und verlässlich sei.

Arnold stellte sich auch die Frage, was die Verlegung der Fallschirmjäger-Ausbildung koste, was man dadurch künftig spare und was dann besser werde. In Altenstadt gebe es ein Umfeld, das aus der Praxis gewachsen sei und nicht zergliedert und zerrissen werden sollte.

„Es gibt kein einziges Argument, das dafür spricht“, kann auch Landrat Zeller den für den Standort Altenstadt getroffenen Reformplänen nichts Gutes abgewinnen.

„Wir freuen uns über die Solidarität aus der Politik“, zeigte sich Kommandeur Ferdinand Baur geehrt. Er kann sich für die Auftragserfüllung ebenfalls keinen besseren Standort als Altenstadt vorstellen.

Welche Hoffnungen kann der SPD-Verteidigungsexperte den Soldaten in Altenstadt machen? „Auch wenn wir die nächste Bundestagswahl gewinnen sollten, die jetzt eingeleitete Reform können wir nicht rückgängig machen“, gab Rainer Arnold zu, aber vielleicht lasse sich noch etwas „nachjustieren“. „Wir werden der Regierung einen Fragenkatalog vorlegen“, kündigte der SPD-Verteidigungsexperte an.

Die reformbedingten Veränderungen in der Luftlande- und Lufttransportschule sind jedoch bereits angelaufen. Nach Auskunft von Kommandeur Ferdinand Baur zieht die Ladungsmeisterausbildung bereits aus Altenstadt ab, „und die Führerausbildung und Einzelkämpferausbildung gehen nächstes Jahr weg“.

mg

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