Lernt ,Nein‘ zu sagen: Krümel (l.) will ihrer Lieblingsfarbe Gelb treu bleiben – auch wenn das der blauen Frau nicht passt.

Wie Krümel lernt, der blauen Frau die Stirn zu bieten

Altenstadt - Beim pädagogisch wertvollen Theater-Projekt „Geheimsache Igel“ von Olaf Krätke fieberten die Altenstadter Volksschüler ordentlich mit.

Weil „die Kinder schon so früh wie möglich lernen sollen, ,Nein‘ zu sagen“, wie Marita Elbertzhagen vom Förderverein „Geheimsache Igel“ erklärt, fand nun auch an der Volksschule Altenstadt das gleichnamige Theater statt. Ziel sei es, den Kindern auf spannende und humorvolle Art beizubringen, wie gefährlich auch unscheinbare Situationen sein können und wie wichtig dann ein gesundes Selbstvertrauen ist, so zumindestens beschreibt der Gründer Olaf Krätke sein Projekt „Geheimsache Igel“.

Die wichtigsten Utensilien dafür: Eine Kiste, eine Gießkanne, eine Sonnenblume, Jonglierbälle und - wie der Name schon andeutet - ein Stoffigel. Das Konzept ist einfach. Die zwei Schauspieler Mücke und Krümel durchleben ihren normalen Alltag, bis es plötzlich zu einer Konfliktsituation für Krümel kommt: Ihr Haargummi, ihre Gießkanne, ihre Kiste und die Jonglierbälle - alles in ihrer Lieblingsfarbe Gelb gehalten - werden von der blauen Frau, wie sie in dem Stück genannt wird, in blaue Gegenstände umgetauscht. All das lässt Krümel mit sich geschehen, auch wenn es ihr dabei nicht gut geht. Der Höhepunkt von „Geheimnis Igel“ passiert, als Krümel gezwungen wird, in eine blaue Kiste zu steigen. Als sie sich weigert, wird sie damit erpresst, dass andernfalls ihrem Freund, dem Igel, wehgetan wird. Aus Angst um ihren Freund steigt Krümel in die Kiste - und kommt völlig verängstigt wieder heraus. Mit Hilfe ihrer Freundin Wurzel lernt sie dann, ,Nein‘ zu sagen, und als sie ein weiteres Mal in die Kiste gelockt wird, macht sie alles richtig: Sie sagt ,Nein‘ und plötzlich werden auch ihre blau gefärbten Gegenstände wieder gelb.

Die Geschichte wurde Laut Elbertzhagen von Psychologen ausgearbeitet und stieß nicht nur in Altenstadt auf große Begeisterung, sondern wird bereits seit 1998 bundesweit aufgeführt. „Und ich bin mir sicher, dass es unseren Erst- und Zweitklässlern eine wichtige Erfahrung lehrt“, meint die Direktorin der Altenstadter Volksschule, Anja Mross. Beeindruckend fand sie, wie die Kinder bei dem Stück mitgefiebert haben.

„Besonders schade“ sei, dass das Projekt nicht staatlich finanziert wird, sondern immer ein Sponsor gefunden werden muss. In diesem Fall: Der Rotary-Club Schongau. „Wir haben uns für das Projekt eingesetzt, weil wir es wichtig finden, sich präventiv um die Kinder zu kümmern“, so Präsident Harald Haberstock. Eine Meinung, für die nicht nur die Schüler, Eltern und Lehrer der Altenstadter Grundschule sehr dankbar sind, sondern auch der Förderverein ,Geheimnis Igel‘.

Auch interessant

Kommentare