Prominente Gäste in Schongau: Neben Vize-Bürgermeister Paul Huber sitzt Theo Waigel, zwei Plätze weiter Thomas Goppel. foto: rwg

Das kulturelle Erbe des "Festlichen Sommers in der Wies" weiterführen

Schongau - Die Brezen waren kunstvoll als Notenschlüssel geformt, und auch sonst drehte sich alles um die Musik. Die von Musikdirektor Joseph Kraus 1963 gegründete Konzertreihe „Festlicher Sommer in der Wies“ hatte am Sonntagvormittag zu ihrem 50-jährigen Jubiläum viel politische Prominenz zu einer Matinee ins Schongauer Ballenhaus geladen.

Bundesminister a.D. Theo Waigel, Schirmherr der Konzertreihe, Thomas Goppel, Präsident des Bayerischen Musikrates, und Paul Huber, zweiter Bürgermeister der Stadt Schongau, waren als Redner zu Gast. Die Landtagsabgeordnete Renate Dodell kam aus reinem Interesse, genau wie Bürgermeister Xaver Wörle aus Steingaden, zu dessen Gemeinde die Wieskirche gehört und in der nicht nur die meisten Aufführungen der Konzertreihe stattfinden, sondern nach der sie auch benannt wurde. Und selbstverständlich waren die drei Dirigenten Joseph Kraus, Franz Brannekemper und Robert Blank anwesend, die diese Konzertreihe jeweils mit ihrem individuellen Stil , mit ihrer Musikbegeisterung, mit ihrer wertschätzenden Arbeit geprägt haben.

Nach Sekt und Notenschlüssel-Brot, bei einer frischen musikalischen Untermalung des Schongauer Stradtorchesters mit Telemann‘s Bratschenkonzert und drei fröhlich munter gesungenen Liedern des Schongauer Stadtchores unter der Leitung von Robert Blank, wurde die Geschichte der Konzertreihe „Festlicher Sommer in der Wies“ noch einmal von verschiedenen Seiten beleuchtet. Theo Waigel erinnerte in seiner erfrischend aufmunternde Rede an die deutsche Geschichte . „Nie ist es uns Deutschen besser gegangen als in den letzten 50 Jahren.“ Das kulturelle Bayern mit seinen großartigen Beiträgen habe auch zu solchen glücklichen Momenten beigetragen.

Auch Thomas Goppel wies in seiner Festrede auf die Besonderheit des Pfaffenwinkel mit der Verbundenheit von Natur und Kultur hin. „Jubiläen sind keine Verklärung der Vergangenheit“, so Goppel. Am Beispiel der fortdauernden Konzertreihe „Festlichen Sommer in der Wies“ zeige sich, dass Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eine Einheit seien, dass das kulturelle Erbe weiter geführt werde, dass das Alte mit dem Neuen in Verbindung stehe.

Paul Huber hatte auch einige kritische Anmerkungen. Nachdem sich vor neun Jahren die Konzertreihe von der Trägerschaft der Stadt Schongau gelöst habe und ein eigenständiger Verein wurde, sei ein kleiner kultureller Einbruch für die Stadt entstanden. „Ich wünsche mir mehr Kollegen aus dem Stadtrat bei den Aufführungen der Konzertreihe. Die Darbietungen sind es wert, gehört und erlebt zu werden“, sagte Huber.

Ute Zimmer, Vorsitzende des Fördervereins „Festlicher Sommer in der Wies“, beleuchtete in ihrer Rede auch die Schwierigkeiten, die eine eigene Trägerschaft beinhalte. „Gute Musik hat buchstäblich ihren Preis“, sagte sie und dankte auf diesem Wege den treuen Sponsoren, die die Konzertreihe alljährlich finanziell unterstützen.

In einer netten Geste wurde nicht nur das 50-jährige Jubiläum der Konzertreihe bedacht, sondern auch eine Frau geehrt, die schon ein halbes Jahrhundert beim Schongauer Stadtchor singt. Rosmarie Wörnle-Giel erhielt nicht nur einen Blumenstrauß und freundliche Worte, sondern mit dem großen Applaus auch die Bestätigung, dass ohne solche treuen Mitglieder eine Konzertreihe in der Art gar nicht möglich wäre.

rwg

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