In dem Betonring vor dem Eingang hat die Ente gebrütet.

Betonring als Brutplatz

Kurios: Ente brütet in Pflanztrog vor Aldi

Schongau - Einen kuriosen Nistplatz hat sich eine Ente in Schongau ausgesucht: Sie brütete direkt vor dem Aldi.

Ente bei Aldi - klingt nach einem Werbeangebot. Doch Mitarbeiterin Sandra Niemand meint kein Produkt aus dem Kühlregal: „Auf unserem Parkplatz vor dem Schongauer Laden nistet eine Wildente.“ Entdeckt hatte das Federtier frühmorgens vor Arbeitsbeginn eine Kollegin. „Als sie in den Parkplatz einbog, musste sie plötzlich kräftig abbremsen, weil eine Ente vor ihr über den Parkplatz schlenderte“, sagt Niemand. Danach sei das Federvieh wieder verschwunden.

Gut getarnt: Die Ente in Aktion.

Doch Niemand ist eine Tierfreundin und wollte es genauer wissen. „Ich hab’ mich mittags auf die Lauer gelegt und die Ente schließlich in dem bepflanzten Betonring vor dem Laden entdeckt.“ Sie wollte das Tier verjagen, ließ es aber schnell bleiben: Im provisorischen Nest zwischen dem Gestrüpp lag bereits ein Ei - die Ente brütete also schon. „Wahrscheinlich ist die Ente über das Gebiet geflogen und die Zeit war einfach reif“, vermutet die Schongauerin.

Weil das Tier dort nicht bleiben konnte, hängte sie sich ans Telefon. Beim Tierheim wurde sie endlich fündig. Persönlich konnten sie ihr nicht helfen, doch Sonderfälle zählen dort zum täglich Brot. „Die Mitarbeiterin hat mir die Nummer von einer Frau gegeben, die sich schon öfter um Tiere in Not gekümmert hat“, sagt sie.

Nach Ladenschluss fackelte die Tierretterin aus Huttenried nicht lange. Sie packte beherzt zu und bugsierte den Vogel behutsam in einen Katzenkorb. Was dann aber zum Vorschein kam, damit hätte keiner von beiden gerechnet: In der Brutstätte befanden sich bereits zehn Eier. „Die haben wir zusammen mit dem Federnest vorsichtig mitgenommen“, so Niemand. „Der Wunsch war, dass die Ente das Nest wieder annimmt.“ Das hat sie leider nicht. Hoffnung besteht aber noch für sechs Eier, die nun in Brutkästen in Huttenried liegen.

Dass die Ente schon länger auf dem Aldi-Parkplatz genistet hat, hat sich erst durch Erzählungen von Kollegen im Nachhinein herausgestellt. Kuriosester Vorfall: Ein ausgelaugter Radfahrer hatte sich während einer Ruhepause kurzerhand auf dem Betonring vor dem Eingang niedergelassen - und wurde prompt in den Hintern gezwickt.

Elena Wlacil

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Coronavirus im Landkreis Weilheim-Schongau: Zehn neue Fälle an einem Tag
Die Zahl der an Coronavirus-Erkrankten im Landkreis Weilheim-Schongau steigt weiter, allerdings nur leicht. In diesem News-Ticker finden Sie immer alle aktuellen …
Coronavirus im Landkreis Weilheim-Schongau: Zehn neue Fälle an einem Tag
Nächstes Bürgerbegehren auf dem Weg, doch wann kommt das Phantomgerüst?
Heftig diskutiert wurde bei der Unterschriftenübergabe des Bürgerbegehrens gegen den geplanten Neubau des Marienheims durch die Arbeiterwohlfahrt (AWO) am Bühlach. Die …
Nächstes Bürgerbegehren auf dem Weg, doch wann kommt das Phantomgerüst?
Kommunale Blitzer: Bernbeuren will Defizit nicht mehr tragen und steigt aus
Die Gemeinde Bernbeuren steigt aus der Kommunalen Verkehrsüberwachung aus. Der Grund: Der Gemeinderat ist nicht mehr gewillt, das jährliche Defizit zu tragen. Den Antrag …
Kommunale Blitzer: Bernbeuren will Defizit nicht mehr tragen und steigt aus
Alle haben einen Platz, aber Corona sorgt für viele offenen Fragen
142 Kinder sind in Schongau für das neue Kindergartenjahr 2020/2021 angemeldet. „Alle Kinder bekommen einen Platz“, meldet Esther Laue, auch einige Reserveplätze hat man …
Alle haben einen Platz, aber Corona sorgt für viele offenen Fragen

Kommentare