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Diesen toten Goldfisch hat Peter Haggenmiller mitten im Wald entdeckt.

Kurioser Fund

Wie ein toter Goldfisch in den Schongauer Forchet-Wald kam

Schongau - Wie kommt ein toter Goldfisch mitten in den Schongauer Forchet-Wald? Wer das Tier dort verloren hat, lesen Sie hier:

„Es bellt über dir in den Baumkronen, du stolperst über Goldfische am Waldboden und siehst grünblaue Ostereier“ – so schildert Peter Haggenmiller die derzeitigen Zustände im Forchet. Er hat dafür auch eine Erklärung parat: „Wir haben lieben Besuch von mehreren Fischreiherpärchen und deren Jungen, es dürften sieben Nester sein, den aufgefundenen Eierschalen zu urteilen.“

Peter Haggenmiller hat es selber schon gehört, dieses Bellen und Knurren der Fischreiher, das von dem Schlittenhügel in der Säulingstraße vor allem in den Morgenstunden angeblich gut zu hören ist – für die Anlieger wie eine Nervensäge. „Ein Höllenlärm“, sagen sie.

Fischreiher, die bellen und knurren?

Fischreiher, die bellen und knurren? Das kann Stadtförster Klaus Thien, der das Forchet wie seine Westentasche kennt, nicht nachvollziehen. Er glaubt, dass dieses Bellen und Knurren mehr von Hunden kommt, die in dem Waldgebiet mit ihren Herrchen unterwegs sind.

Der Stadtförster räumt aber ein, dass im Forchet tatsächlich Fischreiher ansässig geworden sind. Er weiß zumindest von einem Horst, in dem junge Fischreiher aufgezogen werden. Und wenn die gefüttert werden, geht dies sicherlich nicht ganz leise zu. Das will Thien nicht ausschließen. Und es könnte durchaus sein, dass bei der Fütterung, wenn sich die Jungvögel um den besten Happen rangeln, der eine oder andere Fisch runterfällt und auf dem Waldboden liegen bleibt, wie es Haggenmiller geschildert hat.

Auch beim Stadtförster hat der Reiher schon im Gartenteich zugegriffen

Natürlich müssten die Besitzer von Gartenteichen im angrenzenden Wohngebiet damit rechnen, dass der Fischreiher sich dort bediene, wo die Beute leicht zu holen sei. „Ich hab selber einen Fischteich, da hat der Fischreiher auch schon zugegriffen“, so Thien. Aber damit müsse man leben. Und wer am Waldrand wohne, der müsse auch akzeptieren, dass die Tiere des Waldes Geräusche von sich geben.

Ein Fischreiher im Landeanflug: Mehrere Brutpaare sollen im Schongauer Forchet nisten.

Dass Fischreiher bellen und knurren, das schließt auch Armin Rempe, der frühere langjährige Vorsitzende der Anglergemeinschaft Lech-Ammer, kategorisch aus. „Dieser Vogel verhält sich eher still, da bin ich mir ziemlich sicher“, sagt Rempe, der glaubt, dass dieses Knurren, das Anlieger gehört haben wollen, wohl eher ein Gurren von Wildtauben ist, die sich in letzter Zeit ebenfalls im Forchet-Wald niedergelassen haben.

Nichtsdestotrotz hat auch Armin Rempe schon seine (unangenehmen) Erfahrungen mit Fischreihern gemacht, nämlich dann, wenn sie aus den Gewässern ihre Nahrung holen. Das sind Fische in einer Größenordnung bis zu einem dreiviertel Pfund und bis zu 30 Zentimetern lang. Das tut auch den Fischern weh.

Dass Fischreiher (für sie gilt auch die Bezeichnung Graureiher) gewöhnlich auf hohen Baumkronen nisten, und selten im Schilf, bestätigt Doris Stadlmann vom Bayerischen Landesbund für Vogelschutz. Die Brutzeit dieses Vogels (im Zeitraum von März bis Juni) dauert einen knappen Monat, anschließend verbringen die Jungvögel noch 50 Tage im Nest, bevor sie selber auf Beutejagd gehen.

Michael Gretschmann

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