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So hing der Kotflügel nach dem Aufprall am Waggon.

Kurioser Unfall

Warum ein Kotflügel an diesem Güterzug hing

Schongau - Erst als er am Schongauer Bahnhof ein Stück Kotflügel am Waggon hängen sieht, wird ein Lokführer stutzig. Des Rätsels Lösung: 

Täglich fährt ein Güterzug der Augsburger Localbahn frühmorgens nach Schongau, auch am Montag. Nachdem der mehrere hundert Meter lange Zug gegen 5 Uhr im Schongauer Bahnhof angekommen war, wurde er geteilt. Alles war normal – bis einer der Lokführer gegen 7 Uhr beim Vorbeigehen am Zug etwas Merkwürdiges entdeckte: „Es hing ein Teil von einem Auto an einem Waggon. Da war schnell klar, dass etwas nicht stimmt“, sagt Victor Effa, einer der Lokführer. Wie sich herausstellte, handelte sich um einen Kotflügel.

Damit begann das große Rätselraten. Offenbar musste es irgendwo auf der Strecke zwischen Landsberg und Schongau einen Zusammenstoß gegeben haben. Aber wo? Und mit welchen Folgen? War vielleicht jemand verletzt worden? „Es war schon ein komisches Gefühl“, sagte Effa. Sofort habe man die Schongauer Polizei informiert, die den Schaden begutachtete. Die Trittstiege eines Waggons hatte sich verbogen und ein paar Kratzer waren zu sehen.

Zum Glück gab es bereits gegen 7.30 Uhr Entwarnung, und zwar von der Polizei Landsberg. Dort hatte sich ein 28-Jähriger aus dem Landkreis Ostallgäu gemeldet, der den Unfall am unbeschrankten Bahnhof bei Unterdießen verursacht hatte.

Folgendes war passiert: Der junge Mann war von Unterdießen in Richtung B 17 gefahren und hatte im Nebel den Zug übersehen. „Er versuchte im letzten Moment noch seitlich auszuweichen, streifte dabei aber das Andreaskreuz und stieß gegen den Waggon des Güterzuges“, so ein Polizeisprecher. Der Lokführer bekam davon überhaupt nichts mit – kein Wunder: „Die Lok war zum Zeitpunkt des Unfalls schon rund 300 Meter am Bahnübergang vorbei“, sagte Jürgen Privinsky, Betriebsleiter der Augsburger Localbahn. „Leider passiert es immer wieder, dass Autofahrer die Züge übersehen, obwohl sie zum Teil schon ewig auf dem Bahnübergang sind.“ Zum Glück sei nichts Schlimmeres passiert, auch weil die Güterzüge wegen der vielen Bahnübergänge auf der Strecke langsam fahren müssen.

Tatsächlich blieb der 28-Jährige völlig unverletzt. Durch den Zusammenstoß wurde sein Opel Vivaro seitlich gedreht und der Kotflügel abgerissen, der später in Schongau entdeckt wurde. Der Fahrer ließ sein demoliertes Fahrzeug von seinem Bruder abschleppen und verständigte erst gegen 7.30 Uhr, also drei Stunden nach dem Vorfall, die Polizeiinspektion Landsberg. Erst zu diesem Zeitpunkt konnten auch die Lokführer aufatmen.

Boris Forstner

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