Pfadfinder aus dem Bund Hohenstaufen bei ihrem Sommerlager in Herzogsägmühle. os

Lagerfeuerromantik bei den Schongauer Pfadfindern

Schongau - Eine Botanik-Rallye, ein Abstecher nach München und Schongau, Märchenstunden, Selbstverteidigung und ein Wildschwein mit Regenschauern, das stand auf dem heurigen Lagerprogramm der Lechscouts.

Rund 40 Pfadfinder aus dem Bund und der Lechscouts lagerten zwei Wochen bei Oberobland (Herzogsägmühle) - vor allem für die jüngsten Mitglieder ein Abstecher in ein Leben außerhalb der gewohnten vier Wände.

Pfadfinder haben ein Image: sie sind gerne draußen, machen vieles selbst, vom Kochen über Nähen bis zu gemeinsamen Runden am Lagerfeuer mit Gitarrenmusik oder Märchen. Dass heutzutage auch Pfadfinder die Annehmlichkeiten der Zivilisation zu schätzen wissen, ist klar. Aber jedes Jahr, für ein paar Wochen, kommt tatsächlich so etwas wie Romantik auf. Dann nämlich, wenn es ins Sommerlager geht - zwei Wochen im Zelt leben, im Freien die Zähne putzen und sich duschen und rund ums Lagerfeuer sitzen.

Im 100. Jahr des Bestehens des Deutschen Pfadfinderbunds Hohenstaufen, dem Mutterstamm der Lechscouts, konnten diese auch Vertreter aus dem Bund (in dem Fall Stuttgart) in ihrem Sommerlager begrüßen. Die Gäste hatten auch mit einem Voraustrupp dafür gesorgt, dass es auf der Wiese unterhalb der Arche fließendes Wasser gab, mit dem die Duschen, im Wald und etwas geschützter, versorgt wurden.

Normalerweise behelfe man sich ja mit einem Bach, so Annelie Noack und Johanna Neudert. Die beiden jungen Damen führen seit dem vergangenen Jahr die Lech-scouts an, auch beim Sommerlager sind sie mit dabei, so es ihre Zeit zulässt.

Auch der Tagesablauf der Pfadfinder ist geregelt, wer wissen will, was die Stunde geschlagen hat, der muss sich am Fahnenmast orientieren. Der dient nämlich als große Sonnenuhr. Auf dem Boden zeigen kleine Schilder an, ob es Zeit für Frühstück oder BWK, Brot Wurst und Käse, also das Abendbrot, ist.

Eine gute Woche mussten sich die Pfadfinder aber mehr auf ihr Hungergefühl verlassen, verhinderten dunkle Wolken, dass die Sonnenuhr richtig funktionierte. Aber moderne Pfadfinder verlassen sich ohnehin auf ihre Armbanduhr, insbesondere bei der Nachtwache. Jeder muss mal für zwei Stunden das Lager bewachen und notfalls verteidigen, gegen Rehe, Moskitos und auch eine Wildsau, die am Lager vorbeikam.

Da ist der Küchendienst, den alle mitmachen, schon deutlich angenehmer. Insbesondere, wenn man mit einem Koch zusammenarbeitet, der sich seit einem Jahr auf das Koch-Badge, also das Abzeichen für die Köche, vorbereitet und allerhand Leckeres zaubert. Was vor allem nach den Outdoor-Rallyes besonders gut zu schmecken scheint.

So ging es, wie die beiden Stammesleiterinnen erzählen, nicht nur nach Schongau ins Plantsch, sondern auch auf die Zugspitze und nach München. Während der 14 Tage Lager wurde auch ein Barfußpfad angelegt und mit Hilfe einer Botanikerin eine Botanik-Rallye veranstaltet, bei der so manches über die heimischen Pflanzen zu erfahren war. „Wir haben danach unsere eigenen Cremes und Düfte mit Pflanzen zusammengestellt“, so Johanna Neudert.

Sogar einen Wanderpokal gab es heuer zu verteidigen - im Extrem-Frisbee-Spielen. Genug Programm also für schönes und schlechteres Wetter.

Wer Lust bekommen hat, bei den Lechscouts mitzumachen, der sollte sich den 23. September vormerken. Dann gibt es am Stammeslager im Jugendzentrum ab 15 Uhr eine Schnupperstunde.

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