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Eine Szene aus dem Stück „Der (schein)heilige Stephanus“: Nichts wird es mit dem Wallfahrtsort Hohenfurch, denn der Schwindel fliegt auf. Zu sehen sind (von links) Martin Schweiger, Markus Weckbecker, Florian Reichert, Silvia Huber und Claudia Löffler.

Laienspielgruppe Hohenfurch

Vom (schein)heiligen Stephanus bis zum Schönach-Tatort

Hohenfurch -  Es hat sich in den 25 Jahren seit Bestehen der Laienspielgruppe - Hohenfurch nichts geändert: Wenn die Akteure um Jürgen Fischer zum Theaterabend bitten, ist die Aula der Grundschule rappelvoll.

Die gut 200 Besucher bekamen drei Stunden lang vergnügliches Theater geboten. Drei Einakter waren es, die diesmal von der Laiengruppe ausgewählt worden sind. „Der (schein)heilige Stephanus“, „Suche Fresser, weiblich“ und schließlich der „Schönach-Tatort.“ In einer Vielzahl von Proben sind bis zur Bühnenreife Texte gepaukt worden. Mit Erfolg, wie die Premiere eindrucksvoll gezeigt hat. Die drei Souffleusen hatten einen geruhsamen Abend.

Von Anfang an haben die 23 Akteure mit ihren schauspielerischen Talenten begeistert. Kostproben gab es reichlich. Da war der Einakter „Der (schein)heilige Stephanus“, in dem Brauereibesitzer und Bürgermeister Schorsch Wamsler die Wirtschaft in dem verschlafenen Dorf mit einer super Idee ankurbeln will. „ Ihr werd’s mit den Ohren schlackern,“ verspricht er. Der heilige Stephanus, Angestellter bei Wamsler, soll es möglich machen. „Unser Dorf wird ab sofort Wallfahrtsort, der in einem Atemzug mit Altötting, Lourdes und Fatima genannt wird.“ Dumm nur, dass der ganze Schwindel auffliegt. Weil ihn Pfarrer Groß durchschaut hat, wird’s nichts mit dem Wallfahrtsort.

Vom Prachtweib und Missverständnissen

Gespickt mit Missverständnissen war der Einakter „Suche Fresser, weiblich“. Da ist das Prachtweib Fini, Bauer Bertls temperamentvolle Schwester, die die Arbeit nun wirklich nicht erfunden hat. Statt auf dem Hof mit anzupacken, lässt sie sich von Bertls Frau Agnes verwöhnen. Ihre ganze Kraft setzt das Energiebündel lieber bei der Suche nach einem Mannsbild ein. „Die möchte ich meinem ärgsten Feind nicht zumuten“, meint Finis Bruder Bertl. Am Schluss klappt es dennoch. Der Witwer Franz sieht in ihr alle Eigenschaften seiner verstorbenen Frau vereint. Er ist von diesem Temperamentsbolzen begeistert. Das Missverständnis wird übrigens noch aufgeklärt. Bei einem Fresser weiblich, handelt es sich um ein weibliches Jungrind.

Ja, und da war noch der „Schönach-Tatort“, bei dem sich die beiden Dorfpolizisten Georg und Max mit einer Einbruchsserie rumschlagen müssen. Bei ihrer Ermittlungsarbeit gehen sie beide bis an ihr Limit, ohne dabei Brotzeit und und die dazu gehörige halbe Bier zu vernachlässigen.

Darsteller haben begeistert

Georg, kurz vor seiner Pensionierung, ist dabei, Einbruchsprotokoll Nummer 57 zu verfassen. Zu peinlichen Verwechslungen kommt es, als Einbrecher Toni und der zur Verstärkung angeforderte Kommissar Korbinian Hofer aus Rosenheim auf der Polizeiwache zusammentreffen. Annamirl, der Huberbauer, Einbrecher Mane und die Krämerin machen das Durcheinander auf der Wache perfekt.

Die Hohenfurcher Darsteller haben in allen drei Stücken voll und ganz begeistert. Mit umwerfenden Szenen sorgten sie für Lachsalven am laufenden Band. Den Applaus, oft auf offener Szene, haben sich die 23 Akteure oben auf der Bühne redlich verdient. Fazit: Es war ein genussvoller Theaterabend. Da stimmte einfach alles. Auch die Bühnenbilder und der Blumenschmuck, für den Silvia Huber und Elisabeth Herz gesorgt haben. Und die „Jungen Schlossbergler“ waren für die musikalische Umrahmung in den Pausen zuständig.

Weitere Aufführungen

der drei heiteren Einakter sind am Samstag, 5. November, um 20 Uhr sowie am Sonntag, 6. November, um 18 Uhr in der Schulaula. Karten gibt es im Vorverkauf bei der Geschenketruhe in Hohenfurch unter der Telefonnummer 08861/9861.

Walter Kindlmann

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