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Die Landjugend-Delegation aus Bernbeuren mit Bundesminister Alexander Dobrindt (Dritter von rechts) beim Abschlussbild samt U28-Aktionsbrillen.

U 28-Gespräch mit Verkehrsminister

Was die Landjugend Dobrindt nahe legt

Bernbeuren - So eine Möglichkeit bekommt man nicht alle Tage: Der Katholischen Landjugend Bernbeuren ist es geglückt, Bundesminister Alexander Dobrindt für ein U28-Gespräch zu gewinnen.

Die U28-Strategie ist eine Aktion des BDKJ (Bund der Deutschen Katholischen Jugend), deren Ziel es ist, dass Entscheidungsträger ihre Entscheidungen aus der Sicht der unter 28-Jährigen sehen. Als Symbol hierfür erhalten die Gesprächspartner orangene Papierbrillen mit der Aufschrift „U28“ auf dem Brillenrand. Auch werden Postkarten mit den besprochenen Anliegen ausgefüllt und als Erinnerung mitgegeben.

In dem über eine Stunde dauernden Treffen mit Minister Dobrindt ging es dann aber vor allem um gezielte Themen, welche die Mitglieder der Landjugend interessierten. Florian Spöttel schilderte die Problematik der Mikrocars, denn die Kleinkraftfahrzeuge für Jugendliche besäßen eine schlechte Sicherheitsausstattung, müssten nicht zum TÜV und seien aufgrund ihres geringen Gewichts und der billigen Verarbeitung (nicht wasserdicht, Plastiktüren, schlechte Bremsen) gefährlich.

Anhand eines mitgebrachten Crashtest-Videos demonstrierte der 17-Jährige dem Politiker die Mängel und forderte mit seinen Kollegen die Einführung von normalen Autos, die mittels Chip gedrosselt werden können. Bei Volljährigkeit solle die Drosselung aufgehoben werden und die Nutzung uneingeschränkt möglich sein, damit die Nachhaltigkeit eines Fahrzeugkaufs gewährleistet sei.

Alexander Dobrindt verwies auf die dazu bestehende europäische Richtlinie, welche national nicht geändert werden könne. Da er aber der Meinung war, dass „dies keine dumme Idee ist“, wolle er prüfen lassen, ob eine Drosselung von Herstellern zu organisieren sei, die natürlich nicht manipulationsanfällig sein dürfe.

In der Frage von Vorsitzendem Christian Lieb ging es um den T-Führerschein (=großer Traktor), mit dem man zwar riesige Gespanne mit vielen Tonnen fahren dürfe, allerdings nicht automatisch eine Erlaubnis für einen Autohänger (BE) eingetragen bekomme, wenn man den Autoführerschein besteht.

Dobrindt erklärte auch diese seltsame Konstellation damit, dass „die B-Klassen reines europäisches Recht sind“, die Landwirtschaft aber zum Teil selber im Land geregelt werden könne.

Über die geplante Regelung von Drohnen und anderen Fluggeräten konnte herausgehört werden, dass es dem Bundesverkehrsminister vor allem um die Verringerung des Gefahrenpotentials und den besseren Schutz der Privatsphäre gehen wird. Immer mehr Hubschrauberpiloten würden bei Einsätzen Drohnen begegnen, und da derzeit Drohnen bis zu fünf Kilogramm frei erworben werden können, gilt es diesen Bereich zu regeln.

Eine Registrierung, ein Führerschein für bestimmte Größen und Flugverbote über Wohngebieten, Unfällen oder öffentlichen Versammlungen sollen mit einfließen. Dobrindt befand: „Alles, was irgendwann ein Massenphänomen wird, braucht Regulierung“.

Kathrin Zillenbiehler

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