Ein Segen für die neue Anlage: Diese Aufnahme entstand bei der Einweihung der riesigen Photovoltaikanlage in Sachsenried, die beispielhaft im ganzen Oberland ist.
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Ein Segen für die neue Anlage: Diese Aufnahme entstand bei der Einweihung der riesigen Photovoltaikanlage in Sachsenried, die beispielhaft im ganzen Oberland ist.

Energiewende Oberland zeichnet wieder erfolgreiche Kommunen aus

Landkreis Weilheim-Schongau beispielhaft beim Solarausbau

  • Sebastian Tauchnitz
    VonSebastian Tauchnitz
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Die Energiewende Oberland überreicht am kommenden Dienstag wieder die Auszeichnungen an die Kommunen, die sich 2019 besonders stark beim Ausbau der Stromerzeugung mit Sonnenenergie ausgezeichnet haben. Eines wird klar: das Engagement im Landkreis Weilheim-Schongau überstrahlt das gesamte Oberland.

Landkreis – Selbst die Energiewende Oberland, eine Bürgerstiftung für Erneuerbare Energien und Energieeinsparung, scheut nicht vor Superlativen zurück: „Und der Gewinner ist: der Landkreis Weilheim-Schongau!

Für 2019 machen beim Solarstrompreis gleich drei Kommunen aus diesem Landkreis das Rennen: Schwabsoien, Penzberg und Weilheim“, schreibt die Stiftung. Der Solarstrompreis geht an Kommunen, die im Vorjahr am meisten Photovoltaik-Leistung zugebaut haben.

Schwabsoien mit Spitzenwert

Und das waren wieder einmal die „üblichen Verdächtigen“. Schon im vergangenen Jahr konnten sich Penzberg und Schwabsoien über die Auszeichnung freuen. Ob sie die Ehrung angespornt hat, ist nicht klar, Fakt ist aber: Auch 2019 wurden wieder fleißig Solaranlagen installiert, um umweltfreundlich Strom zu erzeugen.

Bei Spitzenreiter Schwabsoien waren es sage und schreibe Kapazitäten von 10 901 Kwp, die allein im vergangenen Jahr dazu kamen. Die Faustregel besagt, dass ein Kw, die Einheit für die Leistung einer Photovoltaikanlage, einer Jahresstromproduktion von rund 800 bis 1000 Kilowattstunden entspricht.

Verdienst von Amtsvorgänger Neumann

„Mit der Anlage bei uns in Schwabsoien können über 2700 Vier-Personen-Haushalte ganzjährig mit Strom versorgt werden“, sagte Bürgermeister Manfred Schmid im Gespräch mit der Heimatzeitung. Wenn man sich nun vorstellt, dass es in der Gemeinde Schwabsoien nur rund 620 Haushalte gibt, dann kann man erkennen, dass der klimaneutral erzeugte Strom einer ganzen Region zugute kommt.

Schmid, der erst seit Mai im Amt ist, möchte sich die Meriten für den ersten Platz beim Solarstrompreis aber nicht selbst zuschreiben. „Das war ein Verdienst meines Amtsvorgängers Siegfried Neumann, den wir auch herzlich zur Preisübergabe einladen“, sagte er. Doch auch wenn die Gemeinde die Bauleitplanung übernommen habe – am Ende seien es die Grundstücksbesitzer der Solaranlage und die Energiebauern, denen die Ehre gebühre.

Der Abstand zum Zweitplatzierten beim Solarstrompreis, der Stadt Penzberg, ist deutlich. In Penzberg wurden im vergangenen Jahr insgesamt 37 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 1000 kWp errichtet. Insbesondere die große Anzahl neuer Anlagen ist nach Ansicht der Energiewende Oberland sehr erfreulich: „Die breite Streuung der restlichen Leistung auf 35 kleinere Anlagen zeigt, dass immer mehr Menschen wissen, dass Strom aus Sonnenlicht die umweltfreundlichste Art der Stromerzeugung ist.“ Die in Penzberg neu errichteten Anlagen können circa 250 Vier-Personen-Haushalte pro Jahr versorgen.

Bronze für Weilheim

Die Bronzemedaille beim Solarstrompreis geht an die Stadt Weilheim, bei der sich die neu errichtete Gesamtleistung von 700 kWp auf 30 kleine und zwei größere Anlagen mit 230 beziehungsweise 160 kWp verteilt. „Eine sehr gute Mischung, die auf eine stabile Weiterentwicklung der Sonnenstromnutzung hoffen lässt“, meint die Energiewende Oberland dazu. Die Anlagen liefern klimafreundlichen Strom für immerhin rund 175 Vier-Personen-Haushalte pro Jahr.

Die vier Landkreise im EWO-Gebiet – neben dem Landkreis Weilheim-Schongau sind auch die Landkreise Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen mit von der Partie – erreichten 2019 einen Neubau von etwa 750 Anlagen mit 22 500 kWp Photovoltaik-Gesamtleistung, nach 14 500 kWp im Jahr 2018.

Ein gutes Signal, meint Walter Weiss von der Fachgruppe Solarenergie der Energiewende betont: „Die Beschleunigung beim Ausbau im Oberland ist für den Klimaschutz erfreulich. Und sie weist auch auf das oft weitsichtige und zukunftsgewandte Denken lokaler Bürgermeister, Stadt- und Gemeinderäte hin.“

Damit ist ein weiterer Schritt in Richtung des großen Ziels der Energiewende Oberland getan. Sie hatte sich 2005 gegründet und will erreichen, dass die Region Oberland bis 2035 zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien versorgt werden kann.

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