+
So geht’s: Armina Derouiche (11) und ihre Mitschüler der Klasse 4b lassen sich von Verkehrserzieher Werner Hoyer das richtige Verhalten am Zebrastreifen zeigen. Lehrerin Marina Hage (von rechts), Polizeichef Harald Bauer und Verkehrserzieher Josef Zeller schauen zu.

Verkehrserziehung mit Werner Hoyer

20 000 Schüler unterwiesen – „Eine gewaltige Leistung“

Peißenberg - Werner Hoyer, Leiter des Verkehrsübungsplatzes, ist seit 14 Jahren als Verkehrserzieher tätig. Tausenden Schülern hat er gezeigt, wie man sich im Straßenverkehr richtig verhält.

Die Klagen der Viertklässler der Josef-Zerhoch-Grundschule helfen nichts, als sie am Montag-Vormittag auf dem Peißenberger Verkehrsübungsplatz mit dem Rad ihre Runden drehen: „Jetzt seid’ ja grad erst mal zehn Minuten gefahren. Wir haben doch keine tropischen Temperaturen“, lässt Oberkommissar Josef Zeller keinen Protest zu. Die Schüler haben gelbe, mit Zahlen versehene Warnwesten an – und Nummer 7 bekommt gleich einen Rüffel: „Hallo! Da ist rechts vor links“, lautet Zellers unmissverständliche Korrekturansage – und die braucht es bei der Verkehrserziehung auch: „Ohne Struktur und Disziplin geht gar nichts“, sagt Zellers Kollege Werner Hoyer. Der 52-Jährige Leiter des Verkehrsübungsplatzes weiß, wovon er spricht. Seit 14 Jahren ist er in der Verkehrserziehung tätig und hat vor kurzem sein 20 000. Grundschulkind in der Jugendverkehrsschule betreut. Dieses stattliche Jubiläum muss gewürdigt werden – wobei weniger der Polizeihauptmeister, sondern mit Amina Derouiche der 20 000. Schützling im Mittelpunkt steht. Die Elfjährige hat die Fahrradprüfung souverän bestanden und erst später über die besonderen Umstände erfahren, die ihr ein Präsenttäschchen, gefüllt mit Warnweste, Schlüsselanhänger und Schulutensilien, einbrachten: „Die Prüfung war schön und interessant, aber nicht ganz einfach“, lässt Amina die Pressevertreter wissen – „und ein bisserl streng war’s auch, aber das passt schon. Ich fühle mich jetzt im Straßenverkehr viel sicherer“, erzählt die Grundschülerin. Der Zweck der Fahrradprüfung hat sich bei Amina also voll erfüllt.

Im Jahr sind es bis zu 1500 Schüler, die Hoyer und seine Kollegen am Verkehrsübungsplatz auf der Alten Bergehalde betreuen. Für ihn ist der Job nach eigenem Bekunden eine Berufung: Neben der Lehrtätigkeit seien Organisationstalent und polizeiliche Erfahrung gefragt. „Und man braucht gute Nerven und eine gute Stimme“, schmunzelt Hoyer, der „sehr glücklich“ darüber ist, dass sich der Landkreis seit der Errichtung vor acht Jahren als Sachaufwandsträger für den Verkehrsübungsplatz engagiert. Im Gegensatz zu einer mobilen Verkehrsschule biete das Gelände praxisnahe Bedingungen und sorge damit für eine wesentlich bessere Ausbildungsqualität: „Bis auf Bahnübergänge und Bushaltestellen ist alles da. Wir können alles simulieren“, schwärmt Hoyer über sein Betätigungsfeld. Großes Lob anlässlich Hoyers persönlichem Rekord gibt es vom Chef der Weilheimer Polizeiinspektion: „Die Marke von 20 000 – das werden nicht viele schaffen. Das ist eine gewaltige Leistung“, erklärt Harald Bauer.

bj

Auch interessant

Kommentare