Pinkelpause: Bub stürzt 35 Meter tief

Peiting - Ein Riesenglück hatte der siebenjährige Sebastian, dass dieser Unfall so glimpflich ausging. Er stürtze 35 Meter tief in die Ammerschlucht, konnte sich festhalten und gerettet werden.

Bianca Stieler und ihr siebenjähriger Sohn Sebastian wollen spazieren gehen. Sie parken ihr Auto am Kiosk neben der Echelsbacher Brücke. Nach einer Weile sagt Sebastian, er muss pinkeln. Damit ihn niemand sieht, geht er hinter eine Mauer. Wegen der hohen Büsche sieht er nicht, dass gleich dahinter steil die Böschung abfällt. Plötzlich rutscht der Siebenjährige weg. „Ich hab’ Purzelbäume geschlagen und bin 35 bis 40 Meter runter gefallen“, erzählt Sebastian.

Seine Mutter wartet in der Zwischenzeit neben der Statue bei der Brücke und sieht nur, dass sich am Abhang was bewegt. „Ich hab’ gemeint, Sebastian ist hinter dem Kiosk“, erzählt Bianca Stieler. „Ich hab’ nachgeschaut, bin zur Plattform gerannt und hab’ nach ihm geschrien, weil ich ihn nirgends mehr gesehen habe.“

Endlich kann Sebastian antworten. Er ist auf den Bauch gefallen und kann sich an Wurzeln festhalten. Ein Fuß findet Halt an einem kleinen Vorsprung, nicht breiter als eine Treppenstufe. Er befindet sich etwa auf halber Höhe des steilen Abhangs. „Wir haben ihn dann beruhigt: Du brauchst keine Angst haben“, erzählt die Mutter. Auch Klaus Bertl ist mittlerweile von seiner Partnerin verständigt worden und zur Unfallstelle gefahren. Er steigt unter der Brücke durch und versucht von dort, den Buben zu beruhigen und zum Durchhalten zu animieren. „Papa, ich kann mich nicht mehr halten, es ist so glitschig“, ruft der Junge.

Zu ihm hinunterzusteigen, ist nicht möglich. Der Abhang ist zu steil. Nach etwa 20 Minuten kommt der Hubschrauber Christoph Murnau. Bianca Stieler schildert, dass die Rettung auch vom Helikopter nicht einfach war. Umso dankbarer ist sie: „Die sind ganz nah an die Baumwipfel ran geflogen, die haben schon auch was riskiert.“ Schließlich gelingt es einer Retterin, die sich abseilt, ganz nah neben den Buben an die Wand zu kommen. „Sie hat zu mir gesagt, ich soll mich noch so lange festhalten, bis sie mir den Gurt umgelegt hat“, erzählt Sebastian. Mit festem, sicherem Griff packt die Helferin Sebastian, und er ist gerettet. Passiert ist ihm nichts, er wird zwar vom Sanitäter vorsorglich untersucht, aber außer ein paar leichten Kratzern trägt Sebastian keine Verletzungen davon.

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