Sprengmeister Eduard Reisch wollte die übrigen Silvesterraketen im Sommer in Apfeldorf zünden.

Apfeldorfer lassen's nicht krachen

Apfeldorf - Kein Feuerwerk im Sommer: Der Apfeldorfer Gemeinderat hat sich dagegen ausgesprochen, dass zum diesjährigen Sommerfest die Raketen in die Luft fliegen.

Zur Aufklärung: Beim letzten Silvesterfeuerwerk, für das die Apfeldorfer Bürger Geld gespendet hatten, hatte Sprengmeister Eduard Reisch aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse nicht alle Raketen abfeuern können. Aus diesem Grunde sollte das Spektakel mit den verbleibenden Raketen zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden.

Als Termin war nun der 30. Juli anvisiert worden, da dann das Sommerfest stattfindet. Die Mehrheit des Gemeinderates hatte jetzt allerdings Bedenken gegen das Sommerspektakel, da zu dieser Zeit das Weidevieh aufgescheucht werden könnte.

Bürgermeister Georg Epple erklärte in der Sitzung, dass das Feuerwerk am Rothenfels oben abgefeuert werden sollte, und dass man es dann unten vom Sportfest aus sehen könnte. Gemeinderätin Renate Riedle, die auch Ortsvorsitzende des Bauernverbandes ist, erklärte, dass die Landwirte „höchste Bedenken“ gegen das Spektakel hätten. Denn es bestehe die Gefahr, dass die Tiere durchgehen würden.

„Ich finde in unserer Gegend ein Feuerwerk unter dem Jahr nicht gut“, meinte Riedle und verwies auf das Weidevieh, das zu dieser Zeit draußen sei. Nicht umsonst würde der Gesetzgeber das nicht erlauben. Immerhin sollten bei der zweiten Auflage des Silvesterfeuerwerks die Raketen bis zu 450 Meter aufsteigen, erläuterte Riedle.

Auch Peter Rohe hielt ein Feuerwerk im Winter, wenn kein Weidevieh draußen sei, für besser. Robert La Rosa stellte jedoch fest, dass es beim Schongauer Volksfest ebenso im Hochsommer immer ein Feuerwerk gegeben habe und da auch nicht „die Viecher quer durch Schongau springen“ würden.

Renate Riedle verwies außerdem auf die fünf Prüflinge von der Hohenpeißenberger Schule für Pyrotechnik, die bei dem geplanten Spektakel in Apfeldorf ebenso ihre Raketen hochschießen sollten: Sie befürchtete, dass Apfeldorf auf die Dauer als „Ausweichplatz“ für die Schule herhalten sollte und dann immer wieder Feuerwerke im Gemeindegebiet stattfinden würden, nach dem Motto: „Geht es einmal, dann geht’s immer wieder“. Peter Rohe meinte, der Gemeinderat könnte ja ganz klar nur über die eine einzige Veranstaltung abstimmen und nicht über zukünftige Aktionen.

Die Genehmigung für das Feuerspektakel müsse von der Regierung von Oberbayern erteilt werden, und nicht von der Kommune, informierte der Bürgermeister - jedoch könne die Gemeinde mitteilen, dass sie keinen geeigneten Platz dafür hätte.

Letztlich stimmten nur vier Gemeinderäte für das Sommer-Feuerwerk und acht dagegen.

ms

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