Arbeitssuchende werden gewissenhafter

Landkreis - Immer mehr Arbeitnehmer geben einen sicheren Arbeitsplatz auf, ohne einen neuen zu haben. Diese Entwicklung zeichnet sich in den vergangenen Jahren ab.

Die Bürger scheinen mittlerweile besser über ihre Pflichten rund um die Arbeitslosmeldung informiert zu sein. Musste die Arbeitsagentur Weilheim, die für die drei Landkreise Weilheim-Schongau, Landsberg und Garmisch-Partenkirchen zuständig ist, im Jahr 2009 noch 3585 Mal Sperrzeiten verhängen, waren es im Jahr 2011 nur noch 2787. Der Arbeitssuchende muss dann zwischen einer und zwölf Wochen auf eine finanzielle Unterstützung verzichten.

Unbekümmert: Kündigungen ohne neue Arbeitsstelle. Einer der Gründe, warum Sachbearbeiter Sperrfristen verhängen müssen, ist paradoxerweise die auch weiterhin positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. „Immer mehr Arbeitnehmer geben leichtfertig einen sicheren Arbeitsplatz auf, ohne sich vorher um eine Anschlussbeschäftigung zu kümmern“, erläutert Sandra Perzul, Pressesprecherin der Arbeitsagentur Weilheim, was hinter den Zahlen steckt. 942 Mal wurden 2011 Sperrzeiten ausgesprochen wegen bewusster oder selbstverschuldeter Kündigung, 7,5 Prozent mehr als im Vorjahr und bei 2,9 Prozent Arbeitslosen in der Region eine vergleichsweise hohe Zahl.

Erfreulich: Die Bürger werden immer pflichtbewusster. Insgesamt melden sich mittlerweile mehr Kunden bei der Arbeitsagentur innerhalb der vorgegebenen Frist, so dass die Sperrzeiten wegen verspäteter Arbeitssuchendmeldung weiter zurückgegangen sind. Bei befristeten oder auslaufenden Verträgen - dazu zählen auch Ausbildungen - muss man sich mindestens drei Monate vor Ende des Arbeitsverhältnisses arbeitssuchend melden. Bei kurzfristig ausgesprochener Kündigung, auch wenn diese möglicherweise nicht rechtswirksam ist und vom Arbeitsgericht aufgehoben wird, umgehend (binnen dreier Tage). Dennoch könnte auch diese Zahl der Sperrfristen noch weiter zurückgehen, denn immerhin haben sich laut Perzul immer noch acht Prozent (938) aller Leistungsbezieher in der Agentur Weilheim im vergangenen Jahr zu spät arbeitssuchend gemeldet.

Positiv: Mehr Angebote werden angenommen. Der relativ beständige, gute Arbeitsmarkt lockte auch 2011 mehr Arbeitslose in die Beschäftigung. Nur noch 88 Arbeitssuchende lehnten die Arbeitsangebote der Agentur ab, im Jahr 2010 waren es noch 113. Nachdem im Vorjahr fast 24 Prozent weniger Sperrzeiten wegen Meldeversäumnissen registriert wurden, waren es im Jahr 2011 doch wieder vier Prozent mehr (insgesamt 715 Fälle), in denen Arbeitssuchende ihre vereinbarten Termine mit dem Vermittler nicht eingehalten haben. Gerade damit für die einzelnen Vermittlungsgespräche ausreichend Zeit eingeplant werden könne, sollten Kunden die Termine rechtzeitig absagen, so die Bitte der Mitarbeiter der Arbeitsagentur Weilheim. In der Regel dauern die einzelnen Gespräche zwischen einer halben und einer Dreiviertelstunde.

elke robert

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