Der Gemeinderat legte fest, wer hier im „Esele“ (rechts der Straße) künftig ein Grundstück kaufen darf. ms

Baugebiet "Esele" nur für Familien

Apfeldorf - Welche Personen sollen im geplanten Baugebiet „Esele“ in Apfeldorf von der Gemeinde ein Grundstück kaufen dürfen?

Den Vergaberichtlinien zufolge müssen die Bewerber für die Bauplätze des Gebiets „Esele“ entweder mindestens ein Kind unter neun Jahren haben (dazu zählen auch Ungeborene), oder während der letzten zehn Jahre mindestens zwei Jahre lang mit Hauptwohnsitz in Apfeldorf oder im Umkreis von 30 Kilometern gewohnt haben.

Noch eine weitere berechtigte Personengruppe sind Empfänger einer Förderung nach dem Bayerischen Wohnungsbauprogramm zur Förderung von Eigenwohnraum.

Des Weiteren wurde in den Vergaberichtlinien festgesetzt, dass die Käufer mindestens 18 Jahre alt sein müssen. Für Diskussion sorgte die Festlegung, dass der Bewerber oder dessen Ehegatte bzw. Lebensgefährte noch kein anderes Haus oder Baugrundstück in Apfeldorf besitzen dürfen.

Karl Baab stellte fest: „Wenn jemand in Apfeldorf schon ein Haus hat, aber im neuen Baugebiet gerne etwas größer bauen möchte, dann kann er das nicht.“

Vizebürgermeisterin Rosi Beinhofer sah dies anders: „Man sollte den Dorfkern erhalten“ - dies sei auch das Ansinnen der Dorferneuerung gewesen. Es sei nicht gut, wenn jeder da oben baue, und dafür woanders die Häuser vergammelten. Und wo es angebracht sei, könnte man ja dann im Einzelfall Ausnahmen machen.

Renate Riedle meinte jedoch, dass die Apfeldorfer Hausbesitzer nicht ausgeschlossen werden sollten: Es könnte keiner gezwungen werden, in einer alten Hütte drinzubleiben. Hubert Paul war der Ansicht, dass es zum Beispiel einer Familie auch möglich sein sollte, für den Sohn ein Haus zu bauen.

Robert La Rosa hielt dagegen, dass der Ausschluss „schon seine Daseinsberechtigung hat“: Damit solle auch verhindert werden, dass nicht Leute, die schon mehrerer Häuser haben, dort auch noch ein Grundstück kaufen: Den diese Bürger würden anderen, die erst zu einem späteren Zeitpunkt Bauland kaufen wollen, diese Möglichkeit von Vornherein verwehren. Rosi Beinhofer führte ins Feld, dass viele dann auch nur fremde Mieter ins Dorf holen würden.

Bürgermeister Georg Epple ließ daraufhin über diesen Punkt separat abstimmen: Eine ganz knappe Mehrheit der Gemeinderäte (sechs zu fünf Stimmen) sprach sich letztendlich für den Ausschluss derer, die in Apfeldorf Haus oder Grundstück besitzen, aus.

Die Grundstück-Käufer müssen spätestens nach zwei Jahren mit dem Bauen beginnen und spätestens nach weiteren drei Jahren sowohl Haus als auch den Garten fertig haben. Außerdem muss der Bauherr das Haus dann mindestens zehn Jahre lang selbst bewohnen.

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