Schwieriges Thema: Dr. Elisabeth Wagner (Mitte), Vorsitzende des Seniorenbeirats, hatte Gisela Klotz (li.) und Dr. Beatrix Heimrich eingeladen. Thema: Der Verein „Palliahome“. jos

Begleitung auf dem letzten Weg -- zuhause

Weilheim/Schongau - Menschen ein Sterben in Würde zu ermöglichen, ist das Ziel des Hospizvereins im Landkreis Weilheim-Schongau. Seit der Gründung des Vereins „Palliahome“ ist dies auch zuhause möglich.

Den Menschen ein Sterben in Würde zu ermöglichen, ist das Ziel des Hospizvereins im Hospiz in Polling. Seit der Gründung des Vereins „Palliahome“ im März dieses Jahres ist dies aber auch in den eigenen vier Wänden möglich. Und genau dieser Verein hat sich jetzt im Schongauer Seniorenbeirat vorgestellt.

„Wenn die üblichen ambulanten Hilfen für schwerkranke und sterbende Menschen nicht ausreichen, sehen die Betroffenen die Einweisung ins Krankenhaus oft als einzigen Ausweg - das möchten wir vermeiden“, erklärte Dr. Beatrix Heimrich. Wie die Hohenpeißenberger Allgemeinärztin weiter ausführte, bietet der Verein - zusätzlich zur Betreuung durch den Hospizverein - spezialisiert ambulante Palliativversorgung (SAPV) im Landkreis Weilheim-Schongau an. „Denn man kann zuhause viel mehr tun“, so ihr Credo. Ziel sei es, schwerkranke und sterbende Menschen zuhause zu versorgen, wenn das ihr Wunsch sei.

Das Team des Vereins, das 24 Stunden am Tag zu erreichen ist, besteht aus erfahrenen Ärzten, Pflegekräften, Sozialarbeitern und Seelsorgern mit spezieller palliativmedizinischer Qualifikation. Das heißt, die Behandlung zielt nicht auf eine bestehende Grunderkrankung ab, sondern konzentriert sich auf die Linderung der Folgen.

Konkret heißt das: Bei ausgeprägter Symptomatik und keiner Aussicht auf Besserung können Angehörige, Hausärzte oder auch die Krankenhäuser „Palliahome“ hinzuziehen. „Die Patienten haben laut Gesetz sogar Anspruch auf spezialisierte, ambulante Palliativversorgung, die die Krankenkassen bezahlen müssen“, stellte die Ärztin klar. „Wenn keine Behandlung mehr anschlägt sind wir da, lindern die Schmerzen und helfen bei Angst und Atemnot.“

Das Angebot von „Palliahome“ geht aber weiter: Der Verein versteht sich als Teil eines Netzwerkes aus Angehörigen, Hausärzten, der Sozialstation und den Pflegediensten. „Es geht uns um Begleitung: Der Patient und die Angehörigen bekommen von uns Unterstützung im sozialen, körperlichen, finanziellen und psychischen Bereich.“ Alles getreu dem Motto der Engländerin Cicely Saunders, die Begründerin der Hospizbewegung und der Palliativmedizin: „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“

jos

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