Beliebter Waldkindergarten

Peiting - Run auf den Waldkindergarten: Schon jetzt sind die Gruppen für nächstes und übernächstes Jahr ausgebucht.

"Wenn ich Kind wäre, wäre ich auch gerne im Waldkindergarten", sagt Matthias Bayer aus Schongau. Er bringt gerade seinen Sohn Vincent, dreieinhalb Jahre alt, zum Schnalz-Parkplatz. Dort stehen schon die Erzieherinnen Heidi Häringer und Beate Lazar bereit und nehmen die kleinen Buben und Mädchen in Empfang, um mit ihnen drei Stunden in freier Natur zu verbringen. Matthias Bayer findet es gut, dass sein Kind den ganzen Tag draußen ist und "dass er in der Natur rumhüpfen kann".

Und das gefällt offensichtlich auch Vincent und all den anderen Kindern sowie immer mehr Eltern. Heidi Häringer, die den Waldkindergarten Wurzelzwerge leitet, berichtet von einer starken Nachfrage. Derzeit besuchen 17 Buben und Mädchen den Waldkindergarten, damit ist das Optimum von 15 Kindern eigentlich schon überschritten. Für das kommende Kindergartenjahr 2008/09 ist die Gruppe bereits voll, und auch für 2009/10 ist die Gruppe schon fast ausgebucht.

Und was macht die Faszination des Waldkindergartens aus? Da ist zum einen der gesundheitliche Aspekt, führt Heidi Häringer aus. "Die frische Luft stärkt das Immunsystem. Bewegung ist wichtig und regt das Gehirn an." Und der Wald fordere Bewegung geradezu heraus, schließlich springen, klettern, rutschen, laufen die Kleinen den ganzen Tag. Im Wald steht zwar auch ein Bauwagen für die Kinder bereit, in dem halten sich die Kleinen aber nur ganz selten auf.

Herausgefordert wird im Wald auch die Kreativität. Schließlich haben die Kinder kein vorgefertigtes Spielzeug, sondern suchen sich ihr Spielzeug aus der Natur, aus Stöcken, Steinen, Zapfen.

Gefördert werde im Waldkindergarten auch in besonderem Maße das soziale Lernen. Teamfähigkeit werde herausgebildet, Konfliktverhalten geschult. Das Selbstbewusstsein werde gestärkt, wenn die Kinder erkennen, was sie selbst schon alles können, etwa einen Hügel hochklettern. Und nicht zuletzt lernen die Kinder Umwelt und Natur viel intensiver kennen.

Das Leben im Waldkindergarten besteht aber nicht nur aus Herumtollerei. In einem fest strukturierten Tagesablauf lernen die Kleinen spielerisch Zahlen, Formen, Farben, sie schulen die Feinmotorik, und wenn sie in die Schule kommen, sind sie genauso gut vorgebildet wie die Kinder vom Regelkindergarten, betont die Leiterin des Waldkindergartens.

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