Rund 3000 Gläubige beim Georgiritt

Bernbeuren - Seit 1925 wird mit dem Brauchtumsritt auf dem Auerberg an den Heiligen Georg erinnert. Auch nach 88 Jahren hat der Georgsritt von seiner Anziehungskraft nichts eingebüßt.

179 Reiter und so an die 3000 Gläubige waren es am gestrigen Sonntag. Deutlich weniger als noch im vorigen Jahr. Aber das lag wohl am Wetter. Kühl mit sieben Grad, aber trocken. Ansonsten hat sich an dieser Veranstaltung nichts geändert. Es bot sich den Gläubigen wie immer ein farbenprächtiges Bild.

Drei Reiterzüge vom Versammlungsplatz hinüber zum Messeplatz unterhalb der Georgskirche. Vorneweg die Musikkapelle aus Bernbeuren, dahinter Fahnenträger aller örtlichen Vereine, Kreuzträger Willi Greis, der Fanfarenzug und die Geistlichkeit (zu Fuß) sowie die Musikkapelle aus Stötten, die Gruppe der Knappen und in glänzender Rüstung der Heilige Georg, der heuer erstmals von Georg Greisel aus Stötten dargestellt wurde. Der 24-jährige Zimmermann aus Stötten am Auerberg hatte die letzten sieben Jahre der Gruppe der Herolde angehört. Die drei Geistlichen Gottfried Fellner, (Wiespfarrer), Joachim Schnitzer (Bernbeuren) und Pater Vargese (Stötten) zelebrierten den festlichen Gottesdienst am blumengeschmückten Feldaltar.

Wiespfarrer Gottfried Fellner sagte, es sei ihm eine Ehre, mit Jung und Alt diesen Brauchtumsritt begleiten zu dürfen. Der Wiespfarrer erinnerte in seiner Predigt an den Heiligen Georg, der im Jahre 305 für seine Überzeugung den Märtyrertod gestorben ist. „Georg war ein Mann, der verwurzelt war mit seiner Heimat, und er hat als einfacher Christ seinen Glauben bezeugt.“ Fellner appellierte an die Zuhörer, den Mut zu haben und sich zum Christentum zu bekennen. Wenn ein Heiliger wie Georg noch nach 1700 Jahren unruhig machen könne, dann habe dieses Fest seinen Sinn behalten.

Zum Gottesdinst intonierten die Musikkapellen die „Schubert Messe.“ Der Bernbeurer Dreigesang mit Manfred Karlinger, Peter Völk und Karl Knappich erneuerte während der Kommunion zum 39. Male den Georgs Schwur („Auf zum Schwur mit Herz und Mund, hebt die Hand zum heiligen Bund“), den Musikdirektor Joseph Kraus 1973 für drei Stimmen umgeschrieben hatte. Danach segnete die Geistlichkeit die 179 Pferde. Die Kapellen spielten dazu den festlichen Beethoven-Choral „Die Himmel rühmen.“

Mit dem Lied vom guten Kameraden gedachten die Gläubigen ebenso der Toten, bevor die drei Reiterzüge unter den Klängen des Fehrbelliner Reitermarsches sich aufmachten, um in großem Bogen die Georgskriche zu umrunden.

wk

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