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Stand für Fragen zu ihrem Film Rede und Antwort: Regisseurin Doris Dörrie, die neben ihrer Münchner Wohnung auch in Bernbeuren einen Wohnsitz hat. foto: zil

Mit Bernbeurer Star-Regisseurin auf du und du

Bernbeuren - Zuerst gab's den Film "Kirschblüten-Hanami", dann stellte sich Regisseurin Doris Dörrie Fragen.

Bereits im Frühjahr 2008 startete „Kirschblüten - Hanami“ in den deutschen Kinos, derzeit läuft der Film auf den Leinwänden in Kolumbien. Und wegen der Bekanntheit des Werkes von Doris Dörrie kamen auch rund 90 Besucher in das Auerbergmuseum, um den Streifen zu sehen.

Dörrie, die seit 21 Jahren in Bernbeuren lebt, sprach von der Veranstaltung des Museumsvereins als „Weltpremiere“, da aufgrund des Platzmangels auf zwei Ebenen parallel projiziert wurde, „das hatte ich noch nie“.

Der Regisseurin war es besonders wichtig, den Film in ihrer Heimat zu zeigen, dort wo er auch beginnt. Auf das Auerbergmuseum sei sie sehr stolz, und auch die Filmorte Bernbeuren, Burggen oder Steingädele zeigen mit den gelben Löwenzahnwiesen die schönste Jahreszeit dieser Region. Munteres Bilderraten war auch im Anschluss an die Vorstellung geboten, als die Zuschauer überlegten, in welche Ortschaft wohl welches Haus oder welche Straße in der Realität gehöre.

Dass auch die Ostsee in ihrer mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichneten Produktion vorkomme, hänge mit dem besonderen blauen Himmel dort zusammen. Der dritte Drehort Japan wurde von der Buchautorin seit 1986 mittlerweile 17 mal bereist, dabei fasziniere sie das „vorsichtige Miteinander, die Zartheit und das Sich-Beschützt-Fühlen“ in diesem Land.

Auf die Frage von Museumsvereins-Vorsitzendem Peter Ernst, wie denn in Japan der Film aufgenommen wurde, antwortete Dörrie: „Japan hat sich sehr gefreut, dass jemand versucht hat, ihre Seele darzustellen.“ In anderen Filmen sei das oft klischiert. Ihre Liebe zur japanischen Mentalität sei soweit gegangen, dass sie mit ihrer Tochter zum Schloss Neuschwanstein fuhr und dort auf Busse mit japanischen Urlaubern wartete.

Das Publikum war gemischt mit Jung und Alt, mit Leuten, die den Film zum ersten Mal sahen und solchen, die ihn bereits im Kino konsumiert hatten. Bürgermeister Heimo Schmid kannte „Kirschblüten“ schon, aber auch ihm fielen wieder neue Kleinigkeiten auf. Alle Besucher konnten mit der Regisseurin persönlich sprechen und bekamen nette Anekdoten über den Dreh zu hören. Auch, dass Dörrie selbst für Make up und Haarefärben zuständig war. Der Museumsverein spendete den Reinerlös der Eintrittsgelder (stolze 500 Euro) der Fluthilfe in Pakistan.

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