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Motto: Wald und Wild

Bombige Gaudi beim Ball der Vereine

Schwabsoien – Sechs Vereine, ein Motto. Getrennt marschieren, vereint zuschlagen. Dies ist seit Jahren ein Garant für den bombigen Ball der Vereine.

Kein übliches Wald- und Wiesenmotto, war beim Soier Gaudi-Ball am Wochenende angesagt.  „Wald und Wild“ war das Motto. Und zweifellos dementsprechend wild gings zu in der örtlichen Gemeindehalle.

Schützenmeister Manfred Schmid schaffte es, alle Kreaturen aus dem Wald in die Halle zu locken. Und dort hängt sich die Hummel an die Wildsau, an der Fichte fummelt der Wilderer herum. Der Fliegenpilz wird vom Förster umarmt, die Eule versucht sich am Igel. Wer sich dann doch mal zwischen den vielen Tannen verirrt hat, dem hilft der wandelnde Waldweg-Wegweiser Elisabet aus der Misere. Im Gegensatz zu den Gebrüdern Grimm vernaschen Rotkäppchen, der Wolf, die Großmutter und natürlich der retttende Förster gemeinsam den selbstgebackenen Kuchen. Der Wein soll nicht lange auf sich warten lassen. Erst dann ist das Rotkäppchen dran. Zu einem Tänzchen natürlich, versteht sich.

Ball der Vereine

Fotostrecke: Ball der Vereine in Schwabsoien

Fotostrecke: Ball der Vereine in Schwabsoien

In diesem Märchen ist die Welt noch in Ordnung. Dann muss aber doch für Ordnung gesorgt werden. Der Dienhauser Weiher soll ja nicht als Lusttümpel in Verruf gebracht werden. Die Dorfpolizei wird aktiv. Drei Polizistinnen (Silke Sporer-Schmid, Theresia Ranz, Uli Knappich), von denen man sich gerne abführen lassen würde, erzählen aus dem Protokoll. Die Fälle kurios. Da verwechselt der eine sein Müsli mit Vogelfutter, beim anderen wird die Tenne zugemauert und der Gummiwagen darin vergessen. Ein Kran schafft Abhilfe, zum Gespött der Nachbarn. Und dass man beim Osterlämmlebacken statt Kuchenteig auch Leberkäsbret verwenden kann, bleibt kein Geheimnis mehr. Familie Linder lässt grüßen. Abgeführt wird trotzdem, natürlich in die Bar.

Löschen und blasen, geht das? Es geht! Es geht vorzüglich. Dies beweisen die Männer der örtlichen „Spritzenblosn“. Feuerwehr und Musiker vereint. Blosn tun jedoch nur Martin Bussewitz und Wolfgang Ranz in Posaune und Helikon, Gerhard Schmid klampft und Thomas Knappich haut in die Tasten. Dazu der Gesang von Fritz Linder, Urviech der alten Schule. Fritz spritzt. Einen Knaller nach dem anderen. Höhepunkt nicht im Kirchenjahr, aber bei dem Quintett die Ode auf den letzten Adventskranz, der als Wurzel die staade Zeit verkünden soll. Wiederholung ausgeschlossen.

„Was Schongau kann, können wir schon lange“, behaupten die blond gezopften „Almdudlerinnen. Dabei lassen sie die Frage im Raum stehen, ob sie das „Exen“ oder Tanzen meinen. Aufs Tanzen bezogen haben jedenfalls die ehemaligen Gardemädchen nichts verlernt. Und Bürgermeisterin will ja keine werden. Zum Wohle, Soier Alaaf und „ex“.

Es gleicht einer Mitternachtsshow. Einzug des Pinzenpaares mit Hofstaat, nach Rede der Prinzenwalzer. Ein wahrlicher Kraftprotz, der Prinz. Hebefiguren lassen die Prinzessin schweben, die Eiskunstläufer in Sotschi würden vor Neid erblassen. Die Prinzessin dankt mit weiblichem Charme, der Hofstaat dankt ab. Bühne frei für den Showteil der Garde. Erst mystisch mit einem Schuss Gänsehaut, dann Griff in die gute alte Rockkiste. Trainerin Miriam Seelos kann stolz auf ihre Truppe sein. Die Gäste im Saal sind es allemal. Rekordverdächtig allemal die Bigband der Blaskapelle. „Alles Hasn“ oder besser gesagt „alte Hasn“. Die Truppe um Dirigent Gerhard Zwick versteht, eine regelrechte Tanzwut ausbrechen zu lassen. Helene Fischer lockt, Proud Mary rockt. Und Joe Cocker lässt grüßen, was will man mehr?

Zitat und Zuruf einer weiblichen Tenorhornspielerin der Big Band zur Bedienung: „Kannst uns a Bier bringen, wir ham blos a Radler hier?“

Hans-Helmut Herold