Die Grafik zeigt, weswegen die Menschen im Landkreis krankgeschrieben werden. fkn

Burnout im Raum Schongau kein Massenphänomen

Region Schongau - Krankenkassen spüren Anstieg bei psychischen Erkrankungen , sehen Burnout durch Job-Belastung aber überschätzt.

Mit 3,3 Prozent hatte die Region einen geringeren Krankenstand als der Landesdurchschnitt (3,4 Prozent). Damit waren an jedem Tag des Jahres von 1000 DAK-versicherten Arbeitnehmern 33 krankgeschrieben. Dass Patienten länger arbeitsunfähig waren und die Krankenkasse deshalb auch länger Krankentagegeld zahlen musste als noch im Jahr 2011, dürfte laut AOK einem Anstieg bei den psychischen Erkrankungen mit all ihren Formen geschuldet sein.

Laut der Einschätzung von Experten nähmen die Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen vor allem deshalb zu, weil Betroffene und Ärzte mittlerweile anders mit seelischen Leiden umgingen, sagt Mayer. Der vielzitierte Begriff „Burnout“ sei kein Massenphänomen, sondern ein Risikozustand, dieser Begriff sei aber „sozial akzeptierter als eine ,Depression“. Die öffentliche Wahrnehmung und der Umgang mit Belastungen habe sich geändert, heute würden „viele Arbeitnehmer mit einem psychischen Problem krankgeschrieben, die früher zum Beispiel mit der Diagnose ,chronische Rückenschmerzen arbeitsunfähig gewesen wären“, sagt der Weilheimer DAK-Vertreter.

Die Diagnose „Depression“ sei aus Sicht der Beschäftigten in vielen Firmen weiterhin eine Art Stigma, vielfach fehle es einfach am Verständnis. „Hier besteht dringender Handlungsbedarf für Betriebe und betroffene Mitarbeiter“, das Thema „Depression“ müsse aus der Tabuzone herausgeholt werden, fordert er.

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