Die Pfarrkirche in Sachsenried. Wenn es nach den Plänen der Diözese Augsburg geht, wird es dort wahrscheinlich keine regelmäßigen Sonntagsgottesdienste mehr geben, sondern nur noch in Ausnahmefällen. Foto: Herold

Das Dekanat Schongau steht vor der Auflösung

Weilheim-Schongau - Wenn im Rahmen der pastoralen Raumplanung in der Diözese Augsburg die bisher 36 Dekanate auf 22 reduziert werden, ist vor allem Schongau betroffen.

„Bereits in zwei, drei Jahren wird es das Dekanat Schongau nicht mehr geben“, vermutet Dekan Karl Rottach von Verklärung Christi in Schongau ein. Er geht davon aus, dass es zu einer Fusion mit dem Dekanat Weilheim kommen wird.

„Dekanatsgrenzen sind nie ewig“, spricht auch Stadtpfarrer Bernhard Mooser von Mariae Himmelfahrt in Schongau aus Erfahrung. So habe es früher auch schon einmal das Dekanat Wessobrunn gegeben und das Dekanat Schongau-Leeder. Beide gehören längst der Vergangeneheit an.

Überhaupt steht Pfarrer Mooser der pastoralen Strukturreform relativ gelassen gegenüber. Veränderungen seien auch in der Kirche normal, „denn wir leben jetzt in einer anderen Zeit als vor 50 Jahren“. Deshalb werde man auch diesmal von manch Liebgewonnenem Abschied nehmen müssen.

Doch vorrangig gehe es nicht um äußere Strukturen, „sondern um den Glauben an Jesus Christus“, stellt der Stadtpfarrer von Mariae Himmelfahrt in Schongau klar.

Und ein Hinweis erscheint Bernhard Mooser noch wichtig: Die kirchlichen Laien bräuchten jetzt ja nicht zu meinen, sie würden künftig nicht mehr benötigt, weil der Bischof Wortgottesdienste an Sonn- und Feiertagen grundsätzlich nicht mehr genehmigen will. „Wir sind immer noch Kirche vor Ort“, macht Mooser deutlich.

Viele Gläubige sehen die pastorale Raumplanung 2025 allerdings mit gemischten Gefühlen - auch Dekan Karl Rottach. Denn nach dem Willen des Bischofs soll in jeder fusionierten Pfarrei bzw. Pfarreiengemeinschaft ein zentraler Eucharistieort festgelegt werden, an dem an jedem Sonntag und Feiertag zu gleichbleibender Zeit die Eucharistie gefeiert werden muss.

Demzufolge wird z.B. in der Pfarreiengemeinschaft Burggen (mit den vier Pfarreien Bernbeuren, Burggen, Ingenried und Tannenberg) ein zentraler Sonntagsgottesdienst anberaumt (voraussichtlich in Burggen). Vor allem für die älteren Leute, die nicht mobil sind, wird es dann nicht einfach sein, von Bernbeuren oder Ingenried nach Burggen zum Gottesdienst zu kommen.

Die pastorale Raumplanung wird deshalb auch ein zentrales Thema bei der nächsten Dekanatsrunde der Priester Mitte Februar sein, kündigt Dekan Karl Rottach an. Bis dahin lässt sich vielleicht auch schon absehen, was genau mit dem Dekanat Schongau passiert.

Der Weilheimer Dekan Bernhard Schönmetzler (Pfarrer in Wielenbach) geht davon aus, dass dem künftigen Dekanat Weilheim das Dekanat Benediktbeuern und Teile des Dekanates Schongau zugeschlagen werden. Das würde eine Aufteilung des Dekanates Schongau bedeuten: Ein Teil kommt nach Weilheim, der andere womöglich nach Marktoberdorf? Das sind schöne Aussichten!

Eine gute Nachricht kann der Schongauer Dekan Karl Rottach aber dennoch vermelden: Pfarrer Joachim Schnitzer aus Bernbeuren geht es nach seiner schweren Herzoperation bereits deutlich besser, so dass er schon wieder daran denkt, an den Altar zurückzukehren. Rottach hat ihm aber geraten, es langsam angehen zu lassen und nichts zu überstürzen. Ratsam sei es, zunächst mit einem anderen Priester gemeinsam einen Gottesdienst zu zelebrieren.

Michael Gretschmann

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