Posen vor dem Spiegel mitten auf der Schönach. Willi Brauer fotografierte bei der Aktion „...ach wie bin ich Schön...“ Foto: uf

„Die Schönach verbindet wirklich“

Schwabbruck - Trotz trüben Wetters stehen zehn Besucher Schlange am Steg von Kathrin Endt und Willi Brauer. Unter dem Motto „... ach wie bin ich Schön“ kann man sich fotografieren lassen.

„Es ist faszinierend zu sehen, was das bei den Leuten auslöst“, freut sich Willi Brauer. Der Werbegrafiker aus München, der ein Wochenendhaus in Schwabbruck besitzt, hatte sich die Fotoaktion zusammen mit seiner Schönach-Nachbarin Kathrin Endt ausgedacht. Fast wie am Fließband fotografierten sie am ersten Wochenende abwechselnd die Besucher. Dabei trafen sie durchgängig auf gute Stimmung. „Wenn die Besucher auf dem Steg stehen und ,... ach bin ich Schön’ auf dem Spiegel lesen, müssen sie automatisch lachen“, so Kathrin Endt. Manchen ist angesichts des sanft schwingenden Spiegels sogar ein bisschen schwindelig geworden. Fotografieren haben sich aber alle Schaulustigen gerne lassen. Da brauchte es keine großen Überredungskünste. Egal ob alt oder jung und so, wie sie gerade des Wegs kamen. In Freizeit-, Wander- oder Radler-Klamotten, einzeln oder als Gruppe. „Ein paar Mädels hatten sich sogar eigens fürs Foto besonders aufgebrezelt“, schmunzelt Willi Brauer.

Lediglich die Mitarbeiter des bayrischen Rundfunks, die vergangenen Sonntag einen kleinen Beitrag fürs Fernsehen drehten, zierten sich und wollten nicht mitmachen. „Die haben eine gehobene Arroganz an den Tag gelegt“, so Brauer.

„Insgesamt war es aber eine ganz schöne Stimmung. Die Leute haben teilweise links und rechts vom Steg angestanden“, meint Kathrin Endt. Herausgekommen sind ganz besondere Fotos, auf denen die Fotografierten sich ganz entspannt geben. Brauer führt das auf die Tatsache zurück, dass er als Fotograf indirekt aus dem Hintergrund agierte und so - anders als beim Fotografen - Hemmschwellen gar nicht erst aufkamen.

Und eins haben die beiden Aktionskünstler ebenfalls festgestellt: „Die Schönach verbindet wirklich.“ So gab es jede Menge gute Gespräche mit den zahlreichen Besuchern. Einige erzählten, sie hätten erst durch die Ausstellung die Schönachquelle entdeckt, obwohl sie schon lange in nächster Nachbarschaft wohnen. Und selbst während die beiden Fotografen angesichts der ungemütlichen Wetterlage am vergangenen Samstag drinnen Kaffee tranken, tauchten vor dem Fenster immer wieder Gesichter auf, klopften und fragten nach Fotos.

Von den Fotos, die derzeit nur digital existieren, wollen Kathrin Endt und Willi Brauer übrigens noch Abzüge machen lassen. Diese können dann nächstes Wochenende gegen einen kleinen Unkostenbeitrag in der Fotoausstellung im Vatter-Gebäude in Altenstadt abgeholt werden.

uf

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