Die Ortsdurchfahrt von Hohenfurch: Kommt irgendwann eine Untertunnelung? Archiv: hh

Für 2015

Drei B 17-Projekte im Bundesverkehrswegeplan

Weilheim/Schongau - In der bayerischen Vorschlagsliste für den neuen Bundesverkehrswegeplan 2015 sind auch drei Projekte aus dem Schongauer Land aufgelistet: alle auf der B 17.

Etwas überrascht bzw. irritiert ist Hohenfurchs Bürgermeister Guntram Vogelsgesang schon, dass die Ortsumfahrung von Hohenfurch in den neuen Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden soll, „weil es eine Umfahrung von Hohenfurch eigentlich gar nicht mehr geben kann“. Denn mittlerweile habe sich Schwabniederhofen baulich schon so weit in Richtung Hohenfurch genähert, dass dort kein Platz mehr für eine Umgehungsstraße ist. Auch östlich der Schönachgemeinde geht nichts wegen des Naturschutzgebietes.

So käme für Hohenfurch eigentlich nur noch eine Überbrückung oder Untertunnelung der bestehenden B 17-Trasse in Frage. Eine Überbrückung kostet - so hat sich Guntram Vogelsgesang sagen lassen - zehnmal so viel wie ein normaler Straßenbau, und eine Untertunnelung ist gar 20 Mal so teuer.

„Auch wenn die Ortsumfahrung Hohenfurch in den neuen Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden ist, wird sich dort in den nächsten zehn Jahren wohl nichts tun“, hat Vogelsgesang in einem Gespräch mit dem Staatlichen Bauamt Weilheim herausgehört.

Rückblende: Vor 30 Jahren hätten die Hohenfurcher die Möglichkeit gehabt, eine Westumfahrung zu bekommen, doch dies ist damals von Hohenfurcher Seite abgelehnt worden.

Auch was die Verlegung der B 17 nördlich von Steingaden im Bereich von Engen betrifft, gab es dort vor rund zwanzig Jahren bereits fertige Pläne mit einem abgeschlossenen Raumordnungsverfahren. Warum ist dann nicht gebaut worden? Das sei damals an Grundstückseigentümern gescheitert, erinnert sich Steingadens Bürgermeister Xaver Wörle.

Mittlerweile seien in dem vor 20 Jahren geplanten Trassenbereich kleinere Flächen als FFH-Gebiete ausgewiesen worden - und somit unantastbar. „Es muss jetzt eine neue Trasse gefunden werden. Das wird enorm schwierig“, befürchtet Bürgermeister Wörle. Seit gut eineinhalb Jahren steht er mit dem Straßenbauamt in Verbindung - auf der Suche nach einer neuen Trassenführung.

Angedacht ist, die neue B 17 östlich vom Ilgen-Wirtshaus zu verlegen und dann zwischen Staltannen und Lauterbach die jetztige B 17 wieder zu queren. „Da sind aber riesige Erdbewegungen notwendig“, spricht Wörle die örtlichen Begebenheiten an. Bei den Kosten für die Verlegung der B 17 in diesem Bereich müsse man wohl von zehn bis zwölf Millionen Euro ausgehen.

Ganz neu ist für den Steingadener Bürgermeister, dass in den neuen Bundesverkehrswegeplan auch die Ortsumfahrung von Steingaden aufgenommen worden ist. „Darüber ist bisher noch gar nicht gesprochen worden“, muss Wörle eingestehen.

Mehr dazu kann jedoch Sven Maertz, Abteilungsleiter am Staatlichen Bauamt Weilheim für Bundes-, Staats- und Kreisstraßen im Landkreis Weilheim-Schongau, sagen. Der Bundesverkehrswegeplan sei auf zehn Jahre ausgelegt. Nur die Projekte, die dort aufgelistet seien, könnten vom weiteren in den vordringlichen Bedarf vorrutschen. Maertz hofft, dass vor allem die Verlegung der kurvenreichen B 17 bei Steingaden-Engen bald in Angriff genommen wird, „denn da gehört was g’macht“.

Im Landkreis sind noch die Umgehungen von Weilheim und Huglfing vorgeschlagen worden. Nach Auskunft von Maertz gibt noch weitere (kleinere) Straßenbaumaßnahmen im Landkreis, die aber im Bundesverkehrswegeplan nicht eigens aufgelistet werden müssen.

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