Willkommen beim Naturschutz: (v.l.) Hans Rauh, Landrat Friedrich Zeller, Christine Fritsche und Biberberater Gerhard Schauberger. foto: fkn

Eigener Biberberater fürs Schongauer Land

Weilheim-Schongau - Die Zahl der Naturschutzwächter im Landkreis steigt weiter an. Jetzt hat das Landratsamt auch einen eigenen Biberberater für den Lech.

Weilheim-Schongau - In der unteren Naturschutzbehörde atmen die Verantwortlichen auf: Denn ihr Kontingent an Naturschutzwächtern ist angewachsen. Zwei neue Kollegen, die ihren Dienst auf ehrenamtlicher Basis verrichten, kamen dazu. Christine Fritsche aus Raisting und Hans Rauh aus Weilheim haben ihre zweiwöchige Ausbildung an der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege in Laufen beendet - das Duo bekam von Landrat Friedrich Zeller die Ernennungsurkunde. Eine weitere Personalie ist für den Altlandkreis Schongau erfreulich: Der Lech und dessen Einzugsbereich hat einen Biberberater bekommen. Diesen Job übernimmt Gerhard Schauberger aus Peißenberg, der auch Naturschutzwächter ist.

Damit verfügt das Landratsamt über 27 Naturschutzwächter und drei Biberberater (neben Schauberger noch Walter Heußler in Penzberg und Friedrich Gindhart in Peißenberg). Diese Zahlen nennt Hubert Wagner, Sachbereichsleiter „Natur- und Umweltschutzverwaltung“. Er ist erleichtert, dass der Peißenberger Schauberger bereit ist, sich um den Lech zu kümmern. Aus der Region habe sich nämlich „kein Interessent gemeldet“. Was ein Problem gewesen wäre, denn eigentlich werden alle Freiwilligen wohnortnah eingesetzt. Die neue Naturschutzwächterin Fritsche aus Raisting kümmert sich so um den südlichen Ammersee und die Raistinger Wiesen, der Weilheimer Rauh um den Hardt bis Bernried.

Die Arbeit ist nicht nur ehrenamtlich, sondern braucht viel Leidenschaft. Es gibt zwar vom Landratsamt eine jährliche Aufwandsentschädigung von 500 Euro - „aber wegen des Geldes macht es keiner“, weiß Wagner. „Das sind alle schon Idealisten.“ Draußen sollen die Wächter „ein bisserl ein Auge drauf haben“, sagt Wagner. Sie seien Ansprechpartner und Vermittler zwischen Bürgern und Behörden sowie Kommunen. Die Wächter und Biberberater unterstützen Behörden und Polizei. Sie sollen „durch Aufklärung und Präsenz vor Ort Verstöße gegen Vorschriften verhüten und unterbinden“, heißt es beim Landratsamt. Konfliktpotential gibt es nämlich genug. Vor allem bei Betretungsverboten wie an den Schleierfällen bei Wildsteig oder an der Ammer zu Brutzeiten, die in schöner Regelmäßigkeit missachtet werden. „Die Leute meinen es aber nicht böse“, betont Wagner - oft helfe da ein freundlicher Hinweis. Anders sieht es bei illegalen Müllablagerung aus. „Das kommt immer wieder vor.“ Generell aber gelte: „Die Naturschutzwächter sollen nicht mit den Leuten streiten.“ Zeige sich aber jemand uneinsichtig, erfolge eine Meldung ans Landratsamt - dann droht ein Bußgeld.

Wagner ist generell zufrieden mit der Zahl an Freiwilligen. „Im Landkreis sind wir relativ gut abgedeckt.“ Aber weil in nächster Zeit wohl einige Wächter aus Altersgründen aufhören, „werden wir über kurz oder lang Unterstützung brauchen“. Auf seiner Liste steht Schongau: „Da brauchen wir noch Leute.“ Auch für den Bereich Grasleiten mit seinen Orchideenwiesen und Seeshaupt mit dem See werden Wächter gesucht.

Eines findet Wagner schade: Dass das Engagement doch so wenig bekannt ist. Denn die Naturschutzwacht gibt es schon seit 35 Jahren, Anfang des Jahres wurde ihrer Arbeit bei einer Ausstellung im Landratsamt gedacht. „Das Ehrenamt kommt uns allen zu Gute“, sagt Wagner.

Infos zur Naturschutzwacht am Landratsamt Weilheim bei Hubert Wagner (Tel. 0881/681-1251) oder Matthias Hett (Tel. 0881/681-1316). Internet: www.weilheim-schongau.de.

Andreas Baar

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