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Mehrere Einbrüche

Einbrecherbanden im Schongauer Land?

Schongau/Steingaden/Lechbruck – Sind im Schongauer Land Einbrecherbanden unterwegs? Der Verdacht liegt nahe, denn in den vergangenen Tagen wurden in Steingaden und Lechbruck Kircheneinbrüche verübt, und in Schongau sind in einer Nacht gleich mehrere Betriebe ebenfalls von Ganoven heimgesucht worden.

Josef Riesemann, Mesner der idyllisch gelegenen Kreuzbergkirche südlich von Steingaden, ist sofort zu dem kleinen Gotteshaus geeilt, nachdem ihn die Nachricht erreicht hatte, dass in der Nacht zum vergangenen Mittwoch dort Einbrecher am Werk waren. Eine Nachbarin, die regelmäßig ihre Spaziergänge zur Kreuzbergkirche macht, hatte die Straftat entdeckt. Die Spuren sind eindeutig: Mit einem stabilen Werkzeug wurde an den Flügeln der Eingangstüre „herumgehebelt“, so dass zwei Deckbretter abbrachen und beide Türblätter beschädigt wurden. Der Sachschaden beläuft sich nach Einschätzung von Josef Riesemann auf zika 1000 Euro.

Fest steht: Der oder die unbekannten Täter konnten aufgrund der massiven Sicherung der Kirche nicht ins Innere gelangen, was laut Polizeibericht auch zwecklos gewesen wäre, da der Kirchenraum weitgehend leer ist.

„Die großen Heiligenfiguren sind schon vor einiger Zeit entfernt und in Sicherheit gebracht worden“, berichtet Gerhard Klein aus Steingaden, der regelmäßig Kirchenführungen macht. Und weil in der abgelegenen Kreuzbergkirche früher schon zweimal eingebrochen worden ist (wobei Kerzenständer und Engelsköpfe gestohlen worden sind), wurden die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Von der Bürgerstiftung Steingaden ist Geld geflossen, damit die Fenster vergittert werden konnten.

Die Polizei geht davon aus, dass die Täter in der Nacht zum Mittwoch nicht nur in die Kreuzbergkirche einbrechen wollten, sondern sich auch in der Pfarrkirche in Lechbruck zu schaffen machten. Dort brachen sie ebenfalls mit roher Gewalt mit einem Geißfuß zunächst die äußere und dann die innere Eingangstüre auf. Anschließend knackten sie drei Opferstöcke und nahmen Spendengelder in noch unbekannter Höhe mit. Die Beute steht allerdings in keinem Verhältnis zum Sachschaden, der mit 3000 Euro beziffert wird.

„Während die Kreuzbergkapelle sehr einsam liegt, befindet sich die Pfarrkirche von Lechbruck in der Ortsmitte, so dass die Hoffnung besteht, dass irgend jemand sachdienliche Hinweise auf den oder die Täter geben kann“, teilte die Schongauer Polizei mit. Und weiter: „Vielleicht hat irgend jemand ein verdächtiges Fahrzeug stehen sehen.“ Hinweise bitte an die Polizeiinspektion Schongau, Telefon 08861-23460.

Eine Nacht später, also in der Nacht zum Donnerstag, wurden in Schongau insgesamt drei Einbrüche verübt. Die ebenfalls noch unbekannten Täter brachen in eine Bäckerei, eine Metzgerei und in eine Druckerei ein. Dabei wurde ein geringer vierstelliger Betrag erbeutet. Das Fachkommissariat der Kripo Weilheim hat die Ermittlungen aufgenommen.

Entdeckt wurde der Einbruch kurz nach 3 Uhr von einem Lieferanten, der die Eingangstüre der Bäckerei in der Schwabbrucker Straße offenstehen sah. Bei einer Tatortbesichtigung stellten Beamte der Polizeiinspektion Schongau dann fest, dass die Türe aufgehebelt und ein Tresor im Gebäude aufgeflext worden ist.

Im Laufe der Ermittlungen wurde offenkundig, dass die gleichen Täter auch in eine Metzgerei in der Tannenberger Straße und in eine Druckerei am Lerchenfeld eindrangen. Die Ganoven waren offenbar nur auf Bargeld aus. „In der Metzgerei wurden sie fündig, in der Druckerei gingen sie leer aus“, berichtete die Polizei.

Auch bei diesen Straftaten wird die Bevölkerung um Mithilfe gebeten. Wer hat verdächtige Personen oder Fahrzeuge in dem Zeitraum von 18 bis 3.30 Uhr in dem Industriegebiet im Schongauer Westen gesehen oder Wahrnehmungen gemacht, die zur Aufklärung der Taten führen könnten? Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Weilheim unter Telefon 0881/6400 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Michael Gretschmann

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