Per Dampflok durchs Grüne: Das können Fahrgäste am Sonntag wieder erleben.

Erst radeln, dann mit der Fuchstalbahn fahren

Schongau/Landsberg - Am Sonntag kommen Dampflokfreunde im Raum Schongau und Landsberg wieder auf ihre Kosten. Bestaunt werden kann die Dampflok Typ 38 1301. Für die Zukunft gibt es ebenfalls Pläne.

Zweimal, um 11.45 und um 15.45 Uhr, kann am Sonntag im Schongauer Bahnhof die legendäre Dampflok vom Typ 38 1301 bewundert werden. Jeweils eine dreiviertel Stunde hat sie Aufenthalt, genug Zeit also, um sich diesen Eisenbahn-Dinosaurier genau anzuschauen. Für die Fahrgäste besonders interessant sind dieses Mal die sogenannten offenen Waggons: „Die haben keine Türen, und bei der Verbindung der Waggons steht man im Freien“, erklärt Tyll-Patrick Albrecht, Vorsitzender der Initiative Fuchstalbahn. „Das ist noch einmal ein ganz anderes Fahrgefühl.“ Auch in Denklingen wird es noch einmal einen etwas längeren Aufenthalt geben, dort bietet die Initiative Fuchstalbahn ein Bahnhofsfest an.

Es sollte eigentlich ein wehmutiger Abschied vom Bahnhof Denklingen werden. Denn der Vermieter, die Aurelis, hatte den Fuchstalbahnern ihre Heimatbasis zum Ende Juli gekündigt, alle Bitten auf eine Verlängerung waren vergebens - bislang. Jetzt der plötzliche Wandel: „Eine Mitarbeiterin von Aurelis war persönlich bei mir und hat mir eine neue Kündigung zum 31. Dezember vorbeigebracht“, sagt Albrecht. Angeblich sei die alte Kündigung nicht rechtens gewesen.

Ein weiterer Aspekt in dieser „komischen Geschichte“, so Albrecht. Denn noch immer weiß er nicht, wer den Bahnhof mitsamt Grundstück gekauft hat und warum nur der Initiative Fuchstalbahn gekündigt wurde, nicht aber den anderen zwei Mietern. Egal, jetzt haben die Eisenbahnfreunde mehr Zeit, eine neue Bleibe zu suchen.

Es wird nämlich Platz benötigt für den Schienenbus-Beiwagen VT 98, den die Initiative für 3000 Euro gekauft hat. „Wir haben ihn kürzlich nahe Rosenheim angeschaut, er ist rollfähig. Den werden wir irgendwann auf der Schiene abholen können“, freut sich Albrecht schon - der erheblich teurere Transport per Lkw entfällt also.

Der Waggon, der an eine Lok gespannt werden soll, spielt eine elementare Rolle in den Zukunftsplänen der Fuchstalbahn. Denn schon bald sollen regelmäßige Fahrten angeboten werden, zwischen Schongau und Landsberg - und vielleicht auch nach Kaufbeuren. Natürlich nicht auf der direkten Route des Sachsenrieder Bähnles, die Strecke ist ja seit 40 Jahren stillgelegt. Aber die Fuchstalbahn könnte den gleichnamigen Radweg zwischen Schongau und Kaufbeuren, der dort auf der ehemaligen Schienenstrecke derzeit geplant wird, ergänzen: Nämlich Radler, die die 34 Kilometer einfach zurückgelegt haben, wieder per Zug zum Ausgangspunkt zurückbringen. „Das würde sich perfekt ergänzen“, sagt Regionalmanagerin Elisabeth Gutmann. „Sonst müsste man die Fahrradtouristen nach der einfachen Fahrt ihrem Schicksal überlassen.“

Am Montag gab es eine Besprechung zum Sachsenrieder Bähnle, Albrecht war auch eingeladen. Er war hellauf begeistert, dass Gutmann auf ihn zugekommen ist. „Die macht tolle Arbeit. Das passt ja genau zu unseren touristischen Bestrebungen“, freut er sich. Am liebsten wäre er schon am 30. September, wenn der Radweg genau zum Datum der 40-jährigen Stilllegung des Sachsenrieder Bähnles durchgängig befahrbar sein soll, per Zug über Landsberg, Kaufering und Buchloe nach Kaufbeuren gefahren. Doch da bremsten die Verantwortlichen ihn ein, das sei noch zu früh und vieles zu klären, sagte Gutmann.

Die Fuchstalbahner wollen im Herbst trotzdem wieder fahren. Weil der eigene Wagen sicher noch nicht hergerichtet ist, werden sie sich einen anderen VT 98 mieten. Damit die Fahrgäste schon einmal wissen, was sie künftig erwartet.

Boris Forstner

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