Erste Sudbury Schule Bayerns eröffnet

Reichling/Ludenhausen - „...denn du bist einzigartig“, steht auf dem Flyer der Sudbury Schule Ammersee in Ludenhausen, die nun Einblick in die erste Demokratische Schule Bayerns gewährte.

Reichling/Ludenhausen - Viele Interessierte, Familien der zukünftigen Schüler, Unterstützer der Schulbewegung, Reichlings Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler mit Gemeinderat, Sponsoren und das Leitungsteam nahmen am Eröffnungsfest teil. Im Eingangsbereich erwartete die Gäste ein Sektempfang und Eröffnungsreden.

Auch aus anderen Ländern waren Menschen gekommen, die den neun Gründungsjahre dauernden Weg dieser Schulbewegung unterstützt und begleitet hatten. So auch Deborah und Derry Hannam aus England, Ramit Avidann aus Israel. Hannes Haile, der mit Stefanie Bellenhaus durch das Programm führte, sprach von tiefen inneren Antrieb, durch den das Team viel Kraft aufgewendet und das „tiefe Tal“ durchwandert hatte. „Viele hatten gemeint, dass es unmöglich wäre, in Deutschland, vor allem in Bayern, eine Genehmigung zu bekommen, es war schwer zu vermitteln, was wir wollten“, so Haile. Doch mit der Bürgermeisterin und der Gemeinde Reichling habe man Menschen gefunden, die ja gesagt hätten.

Das ehemalige Schulhaus wurde aus dem Winterschlaf geweckt, die Regierung von Oberbayern hat die Schule genehmigt. „Doch sie haben uns herausgefordert und trainiert“, meinte Haile. Mit der Sudbury-Schule Ammersee gehe man einen für Bayern völlig neuen Weg. Mit Lernbegleitern sollen die Schüler sich gemeinsam Gedanken machen, was und wie sie lernen wollen mit der Freiheit, es auch so zu tun. Mit „Liebesschlössern“, die der Postbote während der Eröffnungsfeier unter Applaus in letzter Minute ablieferte, wurden sichtbare Zeichen am Geländer angebracht. Das erste Schloss bekam die Bürgermeisterin für den herzlichen Empfang, auch Sponsoren und Renate Günthner, die drei Jahre im Hintergrund gearbeitet hatte, durfte ein Schloss anbringen.

Horner-Spindler erinnerte in ihrem Grußwort an das Kennenlernen, sie sei froh und dankbar, die Schule eröffnen zu können. Man habe viele Hürden gemeinsam genommen. Das gute Miteinander, ohne dem es nicht gehe, die Gespräche im Vorfeld. „Wir brauchen unsere Regelschulen, wir brauchen auch diese Schule“, meinte sie. Kinder bräuchten eine Schule, in der sie sich wohlfühlen. So sei man in der Gemeinde aufgeschlossen für Neues. Jede gute Schule bereichere das Bildungsangebot. Es sei wichtig, aufzustehen und Mut zu zeigen und um das zu kämpfen, was man will. Sie wünschte dem Team, das aus acht Schulbegleitern besteht, alles Gute.

Im Anschluss konnte man sich in den Räumen ein Bild vom Schulalltag machen. Die Sudbury-Schule in Ludenhausen wird nun für 37 Kinder ein Ort des „anderen“ Lernens werden. Es sind sogar sechs Familien aus Norddeutschland und München in den Einzugsbereich gezogen, um ihren Kindern die Möglichkeit zu geben, die Schulgemeinschaft besuchen zu können. Ein Großteil der Schüler kommt aus der Ammerseeregion.

Gisela Klöck

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