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Familienstreit in Weilheim: Plötzlich war überall Blut

Weilheim - Ein 21-jähriger Weilheimer ist im Streit mit seinem Halbbruder so sehr in Rage geraten, dass er diesen mit einem Messer verletzte. Die Quittung: Jugendarrest und Geldstrafe.

Heute leben der junge Mann und sein Halbbruder wieder friedlich zusammen in einer Wohnung in Weilheim. Im Sommer 2012 sah das anders aus: Als die Polizei am 28. August gegen 21.30 Uhr in die Wohngemeinschaft kam, war alles voller Blut. Das sagte der Beamte, der damals Dienst hatte, bei der Verhandlung vor der Jugendkammer am Amtsgericht Weilheim aus, wo sich der 21-Jährige aus Weilheim nun wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten musste.

Anlass für den Streit zwischen den beiden Weilheimern war die Nebenkostenabrechnung. Darüber gerieten der Angeklagte und sein älterer Halbbruder so in Rage, dass der Ältere den Jüngeren aufforderte, die Wohnung zu verlassen. Dem kam der Angeklagte nicht nach, sondern ging in die Küche, holte ein Messer, woraufhin sich sein Halbbruder einen Schraubendreher schnappte und mit diesem in der Hand seinen Mitbewohner noch einmal zum Gehen aufforderte. Anschließend ließ er den Angeklagten stehen und duschte.

Als er wieder ins Wohnzimmer kam, stand der 21-Jährige noch immer regungslos im Wohnzimmer, das Messer hielt er in der Hand. Erneut forderte der Ältere ihn auf zu verschwinden und öffnete die Zimmertür. Den 21-Jährigen packte daraufhin die Wut: Er holte mit einer Hand aus und zertrümmerte die Glasscheibe der Tür, anschließend packte er den Wohnzimmertisch, hob ihn hoch und ließ ihn fallen. Der Tisch zerbrach. Die ganze Zeit über hielt er das Messer in der Hand.

Dieses wollte ihm der Ältere schließlich wegnehmen, Er griff danach und erlitt dabei eine Schnittwunde am linken Handgelenk, die genäht werden musste. Als der Angeklagte erkannte, was er angerichtet hatte, war der Streit beendet.

So hat sich nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft die Auseinandersetzung zugetragen. Dies bestätigte im Großen und Ganzen auch der Angeklagte. Er habe an diesem Abend schlafen gehen wollen und es nicht eingesehen, dass er, der die Hälfte der Miete zahle, die Wohnung verlassen sollte. „Ich wollte meinen Bruder nicht verletzen“, sagte der junge Mann: Er habe sich mehrfach bei ihm entschuldigt, das Türfenster bezahlt, für den Tisch werde er auch noch aufkommen. Dass der blutige Streit beigelegt ist und sie wieder friedlich zusammenleben, bestätigte auch der Ältere in seiner Zeugenaussage.

Richter Michael Eberle verurteilte den 21-Jährigen, der bisher keine Straftaten begangen hat, zu zwei Wochenenden Jugendarrest und zu einer Geldstrafe von 1000 Euro. „Nehmen Sie bei einem Streit ja keine Waffen mehr in die Hand“, riet er dem jungen Mann bei der Urteilsverkündung.

kh

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