Intensiv wie ein Profi-Chor interpretierte das Vocalensemble Landsberg unter der Leitung von Matthias Utz die allesamt langsamen, der mystischen Basilika Altenstadt angepassten Kirchengesänge. Foto: bretting

Festlicher Sommer in der Wies zu Gast in Altenstadt

Altenstadt - Schon fast in der Halbzeit angekommen ist die Reihe „Festlicher Sommer in der Wies“, wozu traditionsgemäß auch Musikabende in anderen Gotteshäusern kommen.

Jetzt stand die Basilika St. Michael in Altenstadt unter dem Motto „Dienet dem Herrn mit Freuden“.

Rund 170 Besucher füllten die Kirche in Altenstadt, als das 30-köpfige Vocalensemble Landsberg mit Chor- und Harfenmusik in den Abend hineinführte. Ensemble-Leiter Matthias Utz überraschte gleich zu Beginn mit einem szenischen Arrangement: Auf die konzentrierten Passagen des Chors antworteten vier Sänger mit einem „Echo“ von hinten, das aus dem Nichts zu kommen schien. Mit diesem leicht gregorianischen und leicht unwirklichen Klangerlebnis ließ man gleich alle Gedanken an den Alltag los.

Die nunmehr vereint vorne stehenden Sänger begeisterten: Mendelssohn-Bartholdys „Jauchzet dem Herren“ packte durch gewaltiges Aufbranden der Stimmen, das sich gleich wieder in sauber gesetzte Höhen und timbrierte Tiefen verzweigte. Die Dichte und Präzision dieser Stimmen verwiesen die Eigendarstellung des Chores als „Laienensemble“ glatt ins Reich des Understatements.

Ebenso reichhaltig gelangen den Landsberger Sängern die Wechsel der Dynamik. „Du bist der Gott der Stärke“, ließen die Männer bei „Richte mich Gott“ fest und fugenlos erschallen, wozu die Frauen hauchfein, geradezu fragend, ihre Antworten nachsetzten. Edvard Griegs „Wie bist Du doch schön“ faszinierte die Zuhörer durch das rhythmisch einer schwingenden Glocke ähnelnde Grundthema.

Mit zwei Stücken für Harfe solo fügte sich zum Glanz des Konzerts auch noch das Funkeln: Die gerade erst an der Schwelle zu ihrem 18. Geburtstag stehende Maura Knierim aus dem Süden von Landsberg zeigte mehr als nur Begabung an dem schwierigen Instrument und begeisterte bereits mit fortgeschrittener interpretatorischer Reife.

Giovanni Pescettis „Sonata in c-Moll“ gestaltete die angehende Harfenvirtuosin mit reich variierten Tönen geradezu becircend, und John Thomas’ „Ministrels Adieu“ schien von einem Elfengarten zu sprechen. Ohne Zögern brach das Publikum die Tradition, dass in kirchlichen Räumen eigentlich nur zum Konzertende applaudiert wird, und spendete begeisterten Zwischenapplaus.

Damit der Höhepunkte aber nicht genug: Zur Querflöte von Christiane Berg-Doiwa sang das Vocalensemble Jacques Berthiers „Veni Sancte Spiritus“ als sachte wiegende Grundmelodie von den Seitenschiffen über die Köpfe des Publikums hinweg. Dieses Klangbad steigerte sich in der schlichten romanischen Kirche zum mystischen Erlebnis. Dazu rezitierten vorne drei Gesangs-Solisten die deutschen Anrufungen, stimmlich herausragend nicht zuletzt Matthias Utz selbst.

Diese intensive und inspirierende Art der Darbietung ließ ein friedvolles Glücksgefühl zurück. Hier hätte man noch stundenlang zuhören wollen.

Nächstes Konzert: Am Sonntag, 3. Juli, interpretieren die Neue Süddeutsche Philharmonie und der Chor der Stadt Schongau Brahms und Lutoslawski in der Wieskirche. Beginn ist dort um 19 U

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