FOS/BOS Weilheim: Neuer Zweig und politischer Rückhalt

Weilheim - Die Mindestzahl von 50 Schülern für „Agrarwirtschaft, Bio- und Umwelttechnologie“ an der Fachoberschule in Weilheim ist erreicht.

Die Weilheimer Fachoberschule und Berufsoberschule (FOS/BOS) befindet sich in einem Wechselbad der Gefühle: Zum einen ist da angesichts der hohen Anmeldezahlen die „gute Hoffnung“, dass ab dem kommenden Schuljahr der neue Zweig „Agrarwirtschaft, Bio- und Umwelttechnologie“ (ABU) starten kann. Das sagte Schulleiter Peter Ziller bei einem Gespräch mit Landrätin Andrea Jochner-Weiß über die Zukunft von FOS/BOS. Die war erleichtert ob dieser „super Nachricht“. Der neue Zweig sei ein wichtiger Baustein zur Stärkung der FOS in Weilheim gegenüber den Plänen in Starnberg. Sie wolle nicht die Starnberger FOS bekämpfen, sagte Jochner-Weiß, sondern ihr Ziel sei, dass die Weilheimer FOS/BOS durch ihre Qualität überzeuge.

Zum anderen lässt die Sorge, dass die in Starnberg geplante neue Fachoberschule (FOS) auf längere Sicht gesehen zu einem Problem speziell für die Berufsoberschule (BOS) in Weilheim werden könnte, Schulleiter Peter Ziller aber nicht los. Für die FOS in Starnberg lief ebenfalls die Probeeinschreibung ab. Die Weilheimer FOS war dafür eine Anlaufstelle. Eine Werbeaktion der Starnberger für ihr Vorhaben an der Weilheimer Fachoberschule hatten sich Schule und Landratsamt zuvor allerdings verbeten. Sollten ausreichend Schüler zusammenkommen, will die Starnberger Fachoberschule im nächsten Schuljahr mit dem Zweig „Wirtschaft“ starten. Weitere sollen folgen.

Für dem Landtagsabgeordneten Harald Kühn (CSU) ist das letzte Wort in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen. „Das Ministerium“, so Kühn, sei sich durchaus bewusst, dass es eine Neugründung nur geben könne, „wenn benachbarte Schulen nicht benachteiligt werden“, sagte er bei dem Gespräch.

Die „gute Hoffnung“, dass die Weilheimer Fachoberschule mit der neuen Ausbildungsrichtung „Agrarwirtschaft, Bio- und Umwelttechnologie“ starten kann, zog Ziller aus den Anmeldezahlen. Knapp eine halbe Stunde nach Anmeldeschluss konnte er „von gut 50 sicheren Schülern“ sprechen. Diese Zahl ist laut Peter Ziller Voraussetzung dafür, dass die Regierung den Zweig auch genehmigt. Bislang gibt es an der FOS die Ausbildungsrichtungen „Technik“, „Wirtschaft“ „Verwaltung und Rechtspflege“ sowie „Sozialwesen“.

Durch das neue ABU-Angebot hat die Fachoberschule laut Ziller keine neuen Schüler gewonnen, „das war eine Wanderbewegung“. Nach Stand der Anmeldungen werden auch im kommenden Schuljahr zwischen 680 bis 690 Schüler die FOS/BOS besuchen, wobei sich im Bereich der Berufsoberschule bayernweit ein Schülerrückgang abzeichne, „der uns aber noch nicht trifft“, so Peter Ziller. Grund dafür sei die sehr gute Arbeitsmarktsituation, aber auch die Möglichkeit, mit dem Meisterbrief zu studieren. Weniger Schüler generell und dann noch eine BOS in Starnberg, darin sieht Ziller eine Gefahr für die Weilheimer Berufsoberschule.

Mit Qualität und Erfahrung will die Weilheimer Fachoberschule weiter punkten. Denn, so Jan Meyer, stellvertretender Schulleiter, eine Umfrage, an der 557 von 564 Schülerinnen und Schüler teilnahmen, zeige einen hohen Zufriedenheitsgrad. Dazu komme, so Ziller, dass die Schule einfach viel Erfahrung habe, immerhin über 40 Jahre.

gre

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