Toll verkleidet und mit fantasievollen Wagen haben sich auch im vergangenen Jahr die Narren am Schongauer Faschingszug beteiligt – und das wird dieses Jahr nicht anders sein. foto: peter preller

Gaudiwurm-Absage? Nicht bei uns!

Schongauer Land - In Schongau, Hohenfurch und Schwabsoien lässt man sich von den neuen TÜV-Auflagen nicht beeindrucken. Alle drei Gaudiwürmer sind auch weiterhin fest eingeplant.

„Bei uns gab’s nie eine Diskussion darüber“, stellt Schongaus Faschingspräsident Siegfried Müller unmissverständlich klar, „dass wir auch heuer an unserer Tradition festhalten und natürlich einen Zug auf die Beine stellen“. Natürlich habe man immer Schwankungen, was die Teilnehmerzahl angehe, doch liege das daran, „dass das Interesse mal kleiner und mal größer ist“. Und dann spiele selbstverständlich auch das Wetter eine wichtige Rolle.

„Im vergangenen Jahr beispielsweise hatten wir am Faschingssonntag mit Schneetreiben zu kämpfen, tags darauf war es dann sonnig und schön“, erinnert sich Müller. Und er räumt auch ein, „dass die Auflagen im Laufe der vergangenen Jahre immer schärfer geworden sind“. Gleichwohl habe die Faschingsgesellschaft die Vorschriften, die seitens des Landratsamts gemacht wurden, umgehend an die Zugteilnehmer weitergegeben, „weswegen wir auch nie Probleme hatten. Wenn man so etwas über Jahre hinweg exakt überwacht, befolgt und entsprechend umsetzt, läuft alles auch vergleichsweise komplikationslos ab“, stellt Schongaus Faschings-Präse fest. Und er führt diese Positiv-Entwicklung nicht zuletzt auch darauf zurück, „dass wir viele Teilnehmer haben, die schon seit vielen Jahren bei uns mitwirken“. Start ist am Faschingssonntag um 12 Uhr mit dem Faschingstreiben, anschließend bewegt sich der Zug durch die Altstadt.

Wie groß die Resonanz sei, hänge aber auch vom Nachbarn Hohenfurch ab, der seinen Nachtfasching nur alle zwei Jahre veranstalte. „In dem Jahr, in dem sich dort kein Zug durch die Gemeinde bewegt, ist auch bei uns etwas weniger los“, sagt Müller.

Hohenfurchs Narren-Chef Stefan Lukats kann das bestätigen. Heuer sind die Schönachdörfler aber wieder mit einem Nachtfaschingszug präsent. Und daran ändern auch härtere TÜV-Bestimmungen nichts. „Wir sind gut gewappnet und machen uns keine Gedanken, dass da etwas dazwischenkommen könnte“, macht er Nägel mit Köpfen.

Mit den Kollegen hat er deshalb auch bereits Rücksprache genommen. Zwar hätten wegen der Auflagen zwei Vereine für heuer abgesagt, weil sie zu viel Geld in die Restaurierung ihres Wagens hätten stecken müssen. Doch alle anderen blieben an Bord. „Und selbst diese zwei Vereine bleiben uns möglicherweise erhalten, weil sie darüber nachdenken, als Fußgruppe aufzutreten.“ Für Lukats ist das keine Minderung, „weil die manchmal sogar lustiger sind als Wagen, auf denen nur laute Musik gespielt wird und sonst nichts passiert.“ Wichtig ist dem Präsidenten in erster Linie, „dass die Teilnehmer mit guten Motiven und schönen Mottos aufwarten können.“ Am 1. Februar um 19 Uhr soll es am Gasthof Negele losgehen.

Auch Schwabsoiens Faschingspräsident Stephan Jahl antwortet mit einem klaren Ja, wenn er nach dem Faschingszug 2013 gefragt wird. Einen Strich durch die Rechnung hätte dem nur der plötzliche Tod von Bürgermeister Konrad Sepp machen können. „Doch nach Rücksprache mit der Familie und der Versicherung, dass der Conny das nicht gewollt hätte, bleibt es bei einem Zug wie in den vergangenen Jahren“, sagt Jahl. Lediglich der Schwarz-Weiß-Ball, der für vergangenen Samstag geplant war, wurde wegen der am selben Tag erfolgenden Beerdigung Sepps auf den 25. Januar verschoben.

Auch in Schwabsoien hat man die Auflagen des Landratsamts sofort an die Wagenbauer weitergegeben, „und das, obwohl eine TÜV-Abnahme nicht mehr verpflichtend ist“, sagt Jahl. Und, in den vergangenen Jahren hätten sich die Teilnehmer auch immer an die Bestimmungen gehalten. Überdies habe man sowieso immer schon mehr Fußgruppen als Wagen gehabt. Und dies werde sich auch nicht mehr ändern.

spe

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