Genau kontrollieren die Mitarbeiter der Abholfirmen die bereitgestellten Gelben Säcke, da die Fehlbefüllung zugenommen hat. Foto: zil

Gelbe Säcke richtig befüllen

Erbenschwang - Plastikspielzeug, Gartenstühle, Frischhalteboxen, Silofolien sowie Lebensmittel: Diese Sachen gehören nicht in die Gelben Säcke. Das wird jetzt strenger kontrolliert.

„Seit einigen Monaten kontrollieren die Abfuhrfirmen die Gelben Säcke bei der Abholung wieder sehr genau und lassen falsch befüllte oder stark verschmutzte Gelbe Säcke stehen“, berichtet Abfallberaterin Claudia Knopp von der Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungs GmbH (EVA). Der Grund: Die Fehlbefüllung dieser Müllsäcke hat allgemein stark zugenommen. Solche Säcke werden von den Abholfirmen nicht mitgenommen und müssen von den Eigentümern wieder von der Straße zurückgeholt werden.

Denn: Plastik gehört nicht in den Gelben Sack. „Viele Bürger sind der Meinung, dass alle Plastikabfälle in den Gelben Sack gehören. Das ist aber falsch“, stellt die Expertin klar.

Ihren Worten nach sei das sogenannte Duale System für den Bürger einfach zu kompliziert: „Die Leute vereinfachen das und denken nach gesundem Menschenverstand, dass alles Plastik in den Gelben Sack kommt - weil es ja auch recyclefähig ist.“

Zur Erinnerung: Das Duale System mit dem Gelben Sack ist vor Jahren parallel zur Verpackungsverordnung eingeführt worden, erinnert Knopp. Damals hatte die Bundesregierung aufgrund von ständig steigenden Müllzahlen und schwindendem Deponieraum beschlossen, die Hersteller in die Pflicht zu nehmen. „Sie wurden aufgefordert, ihre Verpackungen wieder zurückzunehmen und zahlen daher auch in dieses System mit ein.“

Und wenn nun vermehrt falsche Materialien oder gar Lebensmittel in den Gelben Säcken sind, erhöht das natürlich die Kosten der Hersteller bei der Mülltrennung und der Wiederverwertung. Und deswegen sind die Abholfirmen verstärkt darauf hingewiesen worden, den Inhalt der Gelben Säcke zu kontrollieren und gegebenenfalls stehenzulassen.

Und das tun die Männer der Abholfirmen zum einen mit normalem Augenmaß: „Die Säcke sind ja fast durchsichtig, und da sieht man ja schon, was in dem Sack ist“, sagt Knopp. Zum anderen haben die Männer auch im Gefühl, wie schwer ein - nur mit richtigem Material - befüllter Sack sein kann und sollte. „Außerdem geben Insekten, Maden oder Flüssigkeiten unter dem Sack einen Hinweis darauf, dass sich in dem Sack zum Beispiel Lebensmittelreste befinden.“

Die Aufschrift auf den Säcken oder die Informationen der EVA weisen laut Knopp eindeutig darauf hin, dass nur Verkaufsverpackungen aus Kunststoff, aus Metall oder aus Verbundmaterialien in den Gelben Sack eingeworfen werden dürfen. „Die Verkaufsverpackungen müssen leer und restentleert sein.“

Als Verkaufsverpackung gilt eine Verpackung, die mit der Ware eine Einheit bildet, in die eine Ware also unmittelbar verpackt ist und die beim Endverbraucher anfällt. Darunter fallen z.B. Joghurtbecher, Shampooflaschen, Nudelverpackungen, Konservendosen oder Getränkekartons.

„Plastik-Spielzeug, Plantschbecken, Gartenstühle, Gummistiefel, Frischhalteboxen, Transportverpackungsbänder, Silofolien und anderes Plastik sowie Lebensmittel gehören aber nicht in die Gelben Säcke. Es sind keine Verkaufsverpackungen“, klärt die Abfallberaterin klar. Verpackungen aus Glas wie

zum Beispiel Flaschen oder Gläser gehören in die Glascontainer. Verpackungen aus Papier oder Pappe gehören in den Grauen Wertstoffsack.

Jochen Schröder

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