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Grüne fordern genaue Auskunft

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Karl-Heinz Grehl
      stellt den Antragnamens seiner Fraktion
Karl-Heinz Grehl stellt den Antragnamens seiner Fraktion

Schongau - Die Kreistagsfraktion ist gegen eine Zwangsimpfung gegen die Blauzungenkrankheit und wollen laut eines Antrags alle Details zur Seuchenausbreitung und deren Bekämpfung erfahren.

von gerhard turba

Weilheim-Schongau – Die Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hält die derzeit laufende Massenimpfung gegen die kürzlich aufgetretene Blauzungenkrankheit bei Rindern, Schafen und Ziegen im Landkreis Weilheim-Schongau für „unnötig, ja sogar schädlich für Tiere und Verbraucher“.

Das geht aus einem von Fraktionssprecher Karl-Heinz Grehl an Landrat Dr. Friedrich Zeller gestellten Antrag hervor, in dem schriftliche und detaillierte Auskunft über Gründe, Hintergründe und den aktuellen Stand der Impfung verlangt wird. Die Antwort, so die Forderung der Grünen-Fraktion, solle am 19. Dezember, dem Tag der nächsten Kreistagssitzung, an alle Kreisräte und die Presse verteilt werden.

Grund für den Antrag sei laut Grehl eine „große Verunsicherung der Landwirte, besonders der Biobauern“, die in letzter Zeit häufig auf Probleme und Ungereimtheiten bei der Impfung hingewiesen hätten. In dem Schreiben wird deshalb gefragt, wo und bei welchem Halter im Landkreis die Krankheit ausgebrochen ist, wie viele Fälle es bislang gibt, warum die Impfung „mit nicht zugelassenen Impfstoffen vorgenommen“ wird und warum, im Gegensatz zu anderen Impfungen, bei dieser keine Wartezeit beim Milch- und Fleischverkauf angeordnet wird. Letzteres berge laut Grünen-Meinung die „Gefahr der Vergiftung der Verbraucher“, weil die Impfmittel toxische Stoffe wie Quecksilber enthielten.

Bauern hätten von Krankheits- und sogar Todesfällen bei geimpften Tieren berichtet, heißt es in dem Antrag weiter, weswegen auch die Frage gestellt wird, wie viele Tiere nach der Impfung verendet sind oder gar durch die Impfung mit der Blauzungenkrankheit infiziert wurden.

Außerdem wollen die Grünen wissen, ob bei der Impfstoff-Herstellung gentechnische Verfahren eingesetzt werden und wie mit Impfverweigerern umgegangen wird. Von diesen gebe es nämlich viele im Landkreis, vor allem die Biobauern, die ihre Tiere nur homöopathisch behandeln, grundsätzlich aber nicht impfen wollten.

Und genau diesen Bauern sollen von Seiten des Veterinäramtes in Weilheim „hohe Geldstrafen angedroht“ worden sein. Alles in allem handele es sich nach Ansicht der Grünen bei der Impfaktion um einen „Schnellschuss, weitgehend ohne belegten und erforschten Hintergrund“, dessen „wirtschaftliche Folgeschäden“ dann an den Bauern hängen bleiben würden.

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