Das Opfer, Manfred P.

Heimtückische Tat entsetzt Schongau - Rufe nach gerechter Strafe

Schongau - Nach der heimtückischen Besenstiel-Attacke von fünf minderjährigen Schülern in Schongau herrscht Entsetzen.

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„Ich hätte nie gedacht, dass hier so etwas passieren kann“, sagt Dietmar P., Bruder des Opfers. Der 54-jährige Manfred P. war am Sonntagabend gegen 20 Uhr nahe der Innenstadt auf dem Weg von seiner Lebensgefährtin nach Hause, als er plötzlich von einem 15-Jährigen überfallen und mit einem abgebrochenen Besenstiel ins Gesicht geschlagen wurde. Zwar konnte Manfred P. den Täter und seine vier Komplizen in die Flucht schlagen, doch trug er so schwere Verletzungen davon, dass er in einer Augsburger Klinik um sein Augenlicht kämpft.

Gottlieb Kranzfelder, Kollege des Opfers und Betriebsratsvorsitzender bei Hoerbiger Kompressortechnik.

Dabei hatte es der 54-Jährige ohnehin nicht einfach im Leben. „Er hat sich hart durchgekämpft“, sagt sein langjähriger Weggefährte Gottlieb Kranzfelder, der wie das Opfer bei Hoerbiger Kompressortechnik arbeitet und dort Betriebsratsvorsitzender ist. Denn Manfred P. sei von klein auf behindert gewesen, konnte Hand und Fuß nicht uneingeschränkt bewegen. „Und genau ihm passiert jetzt so etwas“, sagt Kranzfelder.

War vielleicht die Behinderung der Grund, warum der 54-Jährige das willkürliche Opfer des Ausländer-Quintetts wurde? Das ist noch unklar. Zumindest hat der 15-Jährige, der kurz nach dem heimtückischen Angriff erst festgenommen, dann wieder auf freien Fuß gesetzt worden war, die Tat bereits gestanden. Er und seine Kumpane wollten das Opfer ausrauben, hieß es. Erschüttert sind Kranzfelder und Dietmar P., dass sich der Haupttäter auf freiem Fuß befindet. „Der muss seine Strafe bekommen“, fordert der Bruder des Opfers, „das kann man so nicht stehen lassen“, betont Kranzfelder. In der 300-Mitarbeiter-Firma Hoerbiger sind sich alle einig: Sie wollen Manfred P. helfen, auch wenn er aufgrund seines Verletzung vielleicht nie wieder als Dreher arbeiten kann. „Er bekommt von uns auch einen Rechtsanwalt, wenn es ihm hilft“, sagt Kranzfelder.

Barbara Schlotterer

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