Die beiden Tüftler Stefan Lindauer (rechts) und Timo Keck haben beim Landesentscheid „Jugend forscht“ einen Sonderpreis gewonnen. Foto: Kurzendörfer

Jugend forscht: Sonderpreis für zwei junge Tüftler aus dem Schongauer Land

Schongau - Stefan Lindauer aus Schwabbruck und Timo Keck aus Schwabsoien waren beim Landesentscheid von „Jugend forscht“ erfolgreich.

Die Idee von Stefan Lindauer (17) und Timo Keck (18) sieht auf den ersten Blick nicht wie ein Stückchen Zukunft aus. Eher wie ein ungewöhnlich verformtes Rohr. Die beiden Auszubildenden haben es gestern im Deutschen Museum aufgebaut. An einem von 86 Jugend-forscht-Ständen, an denen bayerische Nachwuchs-Tüftler ihre Projekte präsentiert haben, die über viele Monate hinweg in Werkstätten und Labors entstanden sind.

Stefan Lindauer aus Schwabbruck und Timo Keck aus Schwabsoien arbeiten an ihrer Idee seit zweieinhalb Jahren. Damals hat Lindauer ein Praktikum in einem Betrieb gemacht, in dem Käse hergestellt wurde. Er hat jeden Tag beobachtet, dass ein Großteil der Molke nicht weiterverkauft, sondern entsorgt wird. „Inhaltsstoffe wie Fett und Milchzucker gehen einfach verloren“, sagt er. Diese Vorstellung hat er nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Gemeinsam mit seinem Freund Timo Keck hat er ein Trennverfahren entwickelt, das wichtige Rohstoffe filtert, damit sie weiterverwendet werden können - durch einen Temperaturwechsel in den einzelnen Kammern des Rohres werden biochemische Reaktionen herbeigeführt.

„Unsere Idee bringt der Industrie Geld und schont gleichzeitig die Umwelt“, sagt der 17-Jährige. Nicht nur Stefan Lindauers Ausbilder haben das Projekt unterstützt - Timo Keck macht eine Lehre zum technischen Produktdesigner. Beide haben ihr Wissen und ihr Talent für ihr „Schmelzzonen-Reaktions-System SRS“ kombiniert und es damit in die Landesendausscheidung von „Jugend forscht“ geschafft. Die beiden Tüftler haben für ihre Idee zwei Sonderpreise gewonnen. Für den Bundeswettbewerb konnten sie sich nicht qualifizieren, aber das ist für Stefan Lindauer und Timo Keck auch nicht so wichtig. Sie würden sich viel mehr darüber freuen, wenn Betriebe ihr System übernehmen würden. Und dieser Wunsch ist nicht unrealistisch. Lindauers Ausbildungsbetrieb hat bereits ein Patent darauf angemeldet.

kw