Kirchen-Reform: Per Bus zum Protest nach Augsburg

Schongau - Hunderte Gläubige im Schongauer Land haben bei der Aktion „Kirche umarmen" ihren Unmut über die pastorale Raumplanung 2025 der Diözese Augsburg bekundet. Jetzt geht der Protest weiter.

Zusammenlegung oder Fusion von Pfarreien, keine Wortgottesdienste mehr an Sonn- und Feiertagen in den Kirchen vor Ort, Pastoral- statt Pfarrgemeinderäte - das sind die drei wichtigsten Schlagworte bei der geplanten Reform von Bischof Konrad Zdarsa. Dass diese weitreichenden Planungen im Vorfeld ohne Beteiligung der betroffenen Gemeinden erfolgt ist, regt die Kritiker mit am meisten auf.

Deshalb ist die Kundgebung am kommenden Samstag auf dem Augsburger Domplatz auch mit „Kirche sind wir alle - unser Weg ist Dialog“ umschrieben. Beginnen soll die Aktion des Initiativkreis „Bistumsreform Augsburg“, der extra betont, dass sich der Protest nicht gegen den Bischof oder die Diözesanleitung richtet, plakativ um 11.55 Uhr - also um fünf vor zwölf.

Mit dabei in Augsburg sind vermutlich auch zahlreiche Katholiken aus dem Schongauer Land. Denn die katholische Landvolkbewegung mit geschätzt 500 Mitgliedern im Schongauer Land hat explizit dazu aufgerufen, sich an der Kundgebung zu beteiligen. „Wir werden aber keine Demo-Plakate mitnehmen, wie das die Organisatoren gerne hätten, sondern unsere Landvolk-Banner. Es geht ja um einen konstruktiven Dialog“, sagt Rita Fischer, Vorsitzende in Ingenried.

Für Thomas Stalter ist das in Ordnung. Der Pfarrgemeinderatsvorsitzende aus Schwabsoien, der schon bei der „Kirche-umarmen“-Aktion eine der treibenden Kräfte war, ist froh, dass sich die Landvolkbewegung als einzige der katholischen Verbände und Gruppierungen der Diözese klar gegen die Pläne positioniert hat. Der jetzige gemeinsame Aufruf zur Teilnahme an der Kundgebung in Augsburg sei bei einem Zusammentreffen von einem Dutzend Landvolk-Mitgliedern und Pfarrgemeinderäten in Ingenried entstanden. „Wir haben gesagt, wir rufen für das Dekanat Schongau zur Teilnahme an der Kundgebung auf. Es wird auch noch Flyer und Plakate geben.“

Wie viele Interessenten die Fahrt nach Augsburg antreten, darüber können die Initiatoren nur spekulieren. Denn bei der Aktion Kirche umarmen sei der Aufwand ungleich geringer gewesen als jetzt mit einer Fahrt nach Augsburg, die mehr als einen halben Tag in Anspruch nehmen wird. „Wir hoffen, dass wir einen Bus vollbekommen“, sagt Stalter.

Nachdem einige Dekane aus dem Bistum, die sich kritisch geäußert hatten, Abmahnungen erhalten hatten, geht nach Aussage von Stalter bei kirchlichen Beschäftigten die Angst um. Auch in der Informationsbroschüre, die das Bistum kürzlich verteilt hatte, werde mit Aussagen wie „wer absichtlich die sonntägliche Pflicht zur Eucharistie versäumt, begeht eine schwere Sünde“, Angst geschürt. Deshalb rechnet es Stalter dem katholischen Landvolk, das ebenfalls Beschäftigte bei der Diözese hat, hoch an, dass sie die Kundgebung unterstützt.

bo

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